Ratgeber

Gutes tun und Gutes bewirken So spendet man richtig

In der Adventszeit haben Spendensammler Hochkonjuktur. Wer Geld gibt, der möchte, dass es vernünftig verwendet wird und nicht in irgendwelchen Kanälen versickert. Welchen Organisationen kann man trauen?

Vor Weihnachten sammeln viele Organisationen Spenden. Verbraucher sollten ihre Geldbörse aber nicht wahllos öffnen. (Bild: Caroline Seidel/dpa)

Für die paar Euro in deie Sammelbüchse lassen sich die meisten keine Spendenquittung ausstellen.

Nicht nur beim Geschenke kaufen sitzt der Geldbeutel in der Vorweihnachtszeit locker. Auch beim Spenden sind viele Menschen im Dezember besonders großzügig. Das wiss en auch die wohltätigen Organisationen, die am Ende des Jahres besonders eifrig werben. Verwerflich ist das nicht, solange der Großteil der Spenden dem eigentlichen Zweck zufließt und nicht für  Werbung und Verwaltung draufgeht. Doch genau darin kann man sich oft gar nicht so sicher sein.

Als die Stiftung Warentest kürzlich verschiedene Hilfsorganisationen auf ihre Transparenz und Wirtschaftlichkeit hin untersuchte, war das Ergebnis nicht gerade ermutigend: Gerade mal sechs von 46 Spendenorganisationen aus den Bereichen Tier-, Natur- und Artenschutz konnten vollends überzeugen. Viele andere informierten dagegen nur rudimentär darüber, wie viel Geld sie einnehmen und wofür sie es verwenden. Manche verweigerten die angeforderten Informationen auch komplett. Auf taube Ohren stießen die Tester beispielsweise bei der "Aktion Tier – Menschen für Tiere", die auch in Fußgängerzonen um neue Fördermitglieder wirbt.  Auch der "Allgemeine Tierhilfsdienst", die Stiftung "Menschen für Tiere" oder die Hundeschützer von "Retriever in Not" schickten auf Nachfrage keine Rückmeldung.

Unter den vorbildlichen Organisationen sind hingegen viele größere: der BUND und Greenpeace, der WWF Deutschland sowie der "Deutsche Tierschutzbund". Auch die Klimaschützer von Atmosfair und der "Provieh – Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung" lieferten sowohl bei der Transparenz als auch bei der Wirtschaftlichkeit ein zumindest zufriedenstellendes Bild ab.

Verwaltungskostenquote entscheidend

Bei der Bewertung der Wirtschaftlichkeit orientierte sich die Stiftung Warentest an den Richtlinien des DZI. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen ist eine unabhängige Organisation, die Hilfsorganisationen auf die Verwendung ihrer Spendengelder hin überprüft. Die Kostenquote sollte demnach nicht höher als 35 Prozent liegen. Von einem gespendeten Euro müssen also mindestens 65 Cent für den guten Zweck eingesetzt werden, der Rest darf in Gehälter, Verwaltung und Werbung fließen.

Wer sich von der DIZ zertifizieren lassen möchte, muss dafür allerdings eine Gebühr bezahlen, die sich nach den Einnahmen richtet. Auch große Organisationen schrecken davor zurück, von den Kandidaten bei der Stiftung Warentest trägt nur der Deutsche Tierschutzbund das Siegel. Eine Organisation ohne Zertifikat muss aber nicht unwirtschaftlich sein, immerhin 19 weitere halten nachweislich die 35 Prozent-Grenze ein.

Das Siegel dient also der Orientierung, ist aber nicht allein ausschlaggebend. Wer spenden will, sollte sich auch noch anderweitig informieren – und bei allzu aufdringlichen Spendenaufrufen skeptisch werden. Eine kurze Internetrecherche über die jeweiligen Spendensammler hilft oft schon weiter. Vorsicht sollte man bei Fördermitgliedschaften walten lassen, wenn sie an Werbeständen in Fußgängerzonen oder direkt an der Haustür abgeschlossen werden. Denn anders als bei Zeitschriftenabos gibt es hier kein 14-tägiges Widerrufsrecht. Wer sich überrumpelt fühlt und sich die Sache nochmal anders überlegt, muss die Mitgliedschaft regulär kündigen.

Spenden von der Steuer absetzen

Egal ob Mitgliedbeitrag oder Einmalspende: Steuerlich wird das Engagement auf jeden Fall belohnt. Bis zu 20 Prozent der gesamten jährlichen Einkünfte lassen sich als Sonderausgaben abziehen. Wer noch mehr gibt, kann die Steuerersparnis auf das nächste Jahr ausweiten. Bei Spenden bis zu 200 Euro reicht es, wenn man dem Finanzamt den entsprechenden Kontoauszug oder Zahlschein vorlegt. Für größere Spenden muss man sich eine Bescheinigung ausstellen lassen.  

Quelle: n-tv.de, ino

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