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Am Finanzamt vorbei So verschenken sie Immobilien steuerfrei

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Das Haus schon zu Lebzeiten verschenken? Keine leichte Entscheidung. Wer rechtzeitig plant, kann aber seinen Lieben mit einer Schenkung unter Umständen Steuern ersparen.

(Foto: dpa)

Die eigene Immobilie - ein Traum. Der Preis? Oft unerschwinglich. Gut also, wenn Haus oder Wohnung im Familienbesitz sind und später geerbt werden können. Doch mitunter sind auch dann Steuern fällig. Eine Schenkung zu Lebzeiten kann dies verhindern. Vor allem Ehepartner profitieren, wie Finanztest erklärt.

"Der Erben Tränen sind ein verdecktes Lächeln", heißt es in einem deutschen Sprichwort. Mag sein. Allerdings könnte dem einen oder anderem erneut die Augen feucht werden, wenn der Fiskus beim Erbe hinlangt. Ungeachtet dessen werden in Deutschland Jahr für Jahr riesige Vermögen vererbt. Darunter fallen auch viele Häuser, Wohnungen und Grundstücke, welche im vergangenen Jahrzehnt bekannterweise mitunter an Wert zugenommen haben. 

Was eben beim einen oder anderen Objekt den Fiskus auf den Plan ruft. Doch bevor der die Hand aufhält, gibt es erst einmal Freibeträge auszuschöpfen, welche Begünstigte im Erbfall vor steuerlicher Belastung schützen können, wie Finanztest erklärt. Egal, ob es sich um Immobilien oder Sparguthaben, Wertpapiere oder sonstiges Vermögen handelt, können beispielsweise Ehepartner bis zu 500.000 Euro steuerfrei erben, bei Kindern sind es 400.000 Euro. Und dies von jedem Elternteil. Großeltern können ihren Enkelkindern 200.000 Euro vermachen, ohne dass das Finanzamt seinen Anteil fordert. Und auch für Geschwister, Nichten, Neffen und Lebensgefährten ohne Trauschein gibt es einen steuerlichen Freibetrag. Der liegt allerdings nur bei 20.000 Euro. Ist der jeweilige Freibetrag ausgeschöpft, greifen die individuellen Steuersätze - allerdings nur für die Differenz zwischen Freibetrag und dem Wert der Erbschaft.

Ehepartner schenken steuerfrei

Liegt der Wert einer zu vererbende Immobilie über den Freibeträgen des Erben, spricht einiges dafür, zu Lebzeiten das Haus an den Ehepartner, Kinder oder andere nahe Verwandte weiterzugeben - durch eine Schenkung. Denn hier winken dieselben Steuerfreibeträge, nur dass diese alle zehn Jahre aufs Neue ausgeschöpft werden. Wer also rechtzeitig damit beginnt, sein Vermögen zu verteilen und es in Abständen von zehn Jahren an seine Nachkommen weitergibt, sorgt dafür, dass die Begünstigten im Ergebnis weniger oder keine Steuern zahlen müssen, was bei großen Vermögen lohnend ist. Nicht genutzte Freibeträge verfallen allerdings.

Eheleute und oder eingetragenen Lebenspartnerschaften sind auf diese Art besonders fein raus, denn anders als bei Kindern, Enkeln & Co, können sie dem Partner Haus oder Wohnung  alle zehn Jahre vermachen, ohne dass Schenkungssteuer fällig wird beziehungsweise dies auf den 500.000-Euro-Freibetrag angerechnet wird. Und das unabhängig von Wert und Größe der Immobilie. Voraussetzung für so viel Zurückhaltung von Seiten des Fiskus ist allerdings, dass die Immobilie für mindestens zehn Jahre nach der Schenkung selbst bewohnt wird.

Mieteinnahmen gehören dem Inhaber des Nießbrauchrechts

Natürlich fällt es nicht jedem leicht, die eigene Immobilie schon zu Lebzeiten aus der Hand zu geben. Denn ab der Eintragung ins Grundbuch ist der Schenker nicht mehr Herr im Haus, was Risiken birgt. Schenker können ihr Häuschen dann weder verkaufen noch als Kreditsicherung nutzen. Wer in seiner Immobilie dennoch wohnen bleiben möchte, sollte sich deshalb unbedingt ein sogenanntes Nießbrauchrecht sichern. Damit kann nicht nur die verschenkte Immobilie weiter genutzt, sondern sie kann auch weiter vermietet werden. Die Mieteinnahmen gehören dem Inhaber des Nießbrauchrechts.

Im Gegensatz zu Geld oder anderen Gegenständen muss eine Schenkung von Immobilien grundsätzlich notariell beurkundet werden. Hier kann auch eine etwaige Rückabwicklung fixiert werden, welche dem Gebenden beispielsweise bei Krankheiten im Alter, vor Todesfällen, Scheidungen, Geldnöten oder anderen Katastrophen die Möglichkeit gibt, wieder an seinen Besitz zu kommen - steuerfrei.

Aber ganz umsonst ist natürlich auch die Schenkung nicht zu haben. So hält der Notar die Hand auf, der den Schenkungsvertrag und die Überschreibung des Hauses notariell beglaubigen muss. Die fällige Gebühr richtet sich hier nach dem aktuellen Verkehrswert der Immobilie. 

Quelle: n-tv.de, awi

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