Ratgeber

Berufsunfähigkeitsversicherung So wird der Schutz bezahlbar

Die gute Nachricht: Es gibt inzwischen wirklich viele Berufsunfähigkeitsversicherungen, die etwas taugen. Sie schlechte: Nicht jeder kann sie sich leisten. Die Stiftung Warentest hat die besten Anbieter ermittelt und liefert Tipps, wie der Schutz doch noch erschwinglich wird.

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Für Ärzte ist die Berufsunfähigkeitsversicherung vergleichsweise günstig. Arzthelferinnen dagegen müssen viel bezahlen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Berufsunfährigkeitsversicherung gehört zu den wichtigsten Policen überhaupt, zumindest wenn man von seiner Arbeitskraft leben muss. D enn wenn man dauerhaft kein Geld mehr verdienen kann, gibt es vom Staat nur eine minimale Erwerbsunfähigkeitsrente. Das Problem: Privater Schutz ist teuer, für manche Arbeitnehmer zu teuer. Das bestätigt eine neue Studie der Stiftung Warentest, deren Ergebnisse in der Juli-Ausgabe von "Finanztest" veröffentlicht sind.

75 Versicherer schickten dafür ihre besten Angebote für drei Musterkunden ein. Das Erfreuliche: Die meisten überzeugten mit sehr guten Bedingungen. Einen Preis-Leistungssieger gibt es aber nicht, je nach Profil des Musterkunden fielen die Konditionen unterschiedlich aus. Für "sehr gute" Angebote mit 2000 Euro Rente zahlen Diplomkaufleute je nach Tarif zwischen 750 und 1750 Euro. Angehörige risikoreicher Berufsgruppen, für die eine Absicherung besonders wichtig ist, müssen noch tiefer in die Tasche greifen. Ein 25-jähriger Industriemechaniker muss bis zu 1800 Euro im Jahr aufbringen, wenn er eine Rente von nur 1500 Euro monatlich und einen Schutz bis 60 Jahre vereinbart. Günstiger kommt die Arzthelferin weg, die sich 1000 Euro Rente sichern will. Sie kann sich bei der Europa schon für 230 Euro Jahresbeitrag versichern.

Viele haben nachgebessert

Die Europa gehört zu den Spitzenreitern des Tests, zusammen mit der Aachen Münchener, der Hannoverschen und der VHV. Deren Tarife wurden als besonders kundenfreundlich bewertet. Doch auch die meisten anderen Tarife haben "Finanztest" zufolge inzwischen sehr gute Bedingungen. Außerdem hätten viele Versicherer noch einmal bei den Anträgen nachgebessert. So lässt sich vermeiden, dass ein lückenhaft ausgefüllter Fragebogen die Rente kostet.

Kunden sollten sich vor allem an der Qualität der Angebote orientieren und möglichst einen mit "sehr gut" oder mindestens mit "gut" bewerteten Tarif auswählen, rät "Finanztest'". Erst im zweiten Schritt sei unter gleich guten Angeboten dann der Preis entscheidend. Der billigste Tarif hilft schließlich wenig, wenn die Versicherung im Ernstfall nicht zahlt. Wer kein bezahlbares Angebot findet, kann sich möglicherweise doch noch versichern, wenn er an verschiedenen Stellschrauben dreht.

So wird es günstiger

Eine davon ist die Rentenhöhe. Setzt man die Rente um niedriger an, sinkt auch der Beitrag. Zu bescheiden sollte man aber nicht werden, die Beiträge für eine BU-Rente von ein paar hundert Euro kann man sich sparen. Sie reicht ohnehin nicht zum Leben und man würde wahrscheinlich in die Grundsicherung rutschen. Und hier wird die Rente dann mit angerechnet. Sinnvoll ist eine niedrige Rente vor allem für Berufseinsteiger. Sie können damit rechnen, dass sie künftig auch höhere Beiträge aufbringen werden. Der Vertrag sollte dann unbedingt eine Nachversicherungsgarantie enthalten. So ist gesichert, dass man die Rente später ohne erneute Gesundheitsprüfung aufstocken kann.  

Eine weitere Möglichkeit den Beitrag zu drücken, ist die Laufzeit der Police. Im Idealfall wird der Vertrag bis zum 67. Geburtstag abgeschlossen, denn erst dann bekommen die ab 1964 Geborenen die volle Altersrente. In einigen Berufsgruppen kann es allerdings schwer werden, sich überhaupt bis dahin zu versichern. Wer freiwillig auf ein paar Jahre verzichtet, kann Beiträge sparen. Läuft der Vertrag früher ab, steht man im Alter aber möglicherweise ohne Rente da.  Im Zweifelsfall sollte man wenigstens einen Leistungsschutz bis 67 vereinbaren. Wird man dann vor Ende der Laufzeit berufsunfähig, ist wenigstens die Rentenzahlung bis 67 gesichert.

Nur Not auf Leistungen verzichten

Im Einzelfall kann es auch sinnvoll sein, Abstriche bei der Qualität des Tarifs zu machen. So hat "Finanztest" zwar zahlreiche "sehr gute" Tarife in unterschiedlichen Preiskategorien gefunden, aber auch einige "gute" oder "befriedigende" Angebote, die noch günstiger sind. Das geht dann aber zu Lasten der Kundenfreundlichkeit. So zahlen manche Versicherer nicht rückwirkend, wenn die Berufsunfähigkeit erst später festgestellt oder gemeldet wird. Andere bieten keine Nachversicherungsgarantie. Solche Einschränkungen sollte man nur hinnehmen, wenn die Ersparnis wirklich hoch ist.

Ganz allgemein empfiehlt es sich, möglichst früh in die Berufsunfähigkeitsversicherung einzusteigen. Nicht nur, weil die Gesundheitsprüfung dann in der Regel weniger Probleme macht, sondern auch, weil die Policen dann deutlich günstiger sind.

Berufsunfähigkeitspolicen hier vergleichen

Quelle: n-tv.de, ino

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