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Clever buchen bei der Bahn So wird die erste Klasse günstig

Wer gern komfortabel reist, in Ruhe arbeiten will oder einfach nur von lärmenden Jugendgruppen verschont werden möchte, der bucht in der Bahn die erste Klasse. Das ist mitunter günstiger als erwartet - man muss nur die richtige Verbindung wählen.

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Für Dienstreisende ist die erste Klasse oft Standard.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wer bei der Bahn erster Klasse reist, genießt gewisse Vorzüge. Bequeme Sitze mit großzügiger Beinfreiheit etwa, kostenlose Zeitungen, Bedienung am Platz und Warte-Lounges mit WLAN gehören dazu. Normalerw eise kostet dieser Luxus 60 Prozent Aufschlag auf den Normalpreis. Doch wer zum Sparpreis bucht, der kommt bestenfalls sogar ganz ohne Mehrkosten in die erste Klasse. Das zeigt ein Vergleich der Stiftung Warentest.

Das aktuelle Sparpreis-System gilt seit 2010. Dabei räumt die Bahn für jede Verbindung ein bestimmtes Kontingent vergünstigter Tickets ein. Für Strecken bis zu 250 Kilometer zahlt man im günstigsten Fall nur 19 Euro, Langstrecken sind ab 29 Euro pro Fahrt zu haben, in der ersten Klasse ab 49 Euro. Sind die günstigsten Karten vergriffen, geht es in Fünf- beziehungsweise Zehn-Euro-Schritten aufwärts. Anders als früher gilt der Sparpreis immer nur für eine Strecke, Bedingung ist außerdem, dass zumindest ein Teil der Reise in einem Fernverkehrszug zurückgelegt wird.

Nichts für Spontane

Sparpreise kann man nur bis drei Tage vor Reiseantritt buchen, frühestens jedoch mit 91 Tagen Vorlauf. Wer den Tiefstpreis will, muss schnell sein, die besten Angebote sind meist schon ein oder zwei Monate im Voraus vergriffen. Doch wenn die Wunschverbindung in der zweiten Klasse nicht mehr günstig zu haben ist, sollte man ruhig mal die Preise der ersten Klasse vergleichen. Die Chancen auf Komfortgewinn für kleines Geld sind gut: Häufig betrage der Preisunterschied zwischen Erste- und Zweite-Klasse-Verbindungen nur zehn Euro oder weniger, so das Fazit der Stiftung Warentest, die über 500 Zugverbindungen untersucht hat.

Auch eine Stichprobe von n-tv.de bestätigt das. Wer etwa am kommenden Samstag von Berlin nach Köln will, zahlt in der ersten Klasse höchstens zehn Euro mehr als in der zweiten, bei einigen Verbindungen gibt es gar keinen Preisunterschied. Auch auf anderen Metropolverbindungen, etwa von München nach Frankfurt oder von Hamburg nach  Leipzig, ist das Upgrade auf die erste Klasse oft für zehn Euro oder weniger zu haben. Ist die erste Klasse genauso günstig wie die zweite, bekommt man bei der Reiseauskunft im Netz automatisch bessere Angebot angezeigt.   

Lieber günstig als mit leeren Abteilen

Der Grund für die teils geringen Preisdifferenzen bei den Sparpreis-Angeboten: Die Preise in den beiden Klassen klettern in der Regel nicht parallel. Entscheidend ist die jeweilige Auslastung. Dienstreisende, die wohl wichtigste Zielgruppe der ersten Klasse, sind meistens in der Woche unterwegs, am Wochenende stehen die Chancen auf günstige Erste-Klasse-Fahrten also besonders gut. Im Vergleich hätten die Aufpreise in Zeiten mit wenig Dienstreisenden oft nur zwischen zehn und 35 Prozent gelegen, so die Stiftung Warentest.  

Weniger interessant sind die günstigen Upgrades, wenn man eine Bahncard 25 für die zweite Klasse besitzt. Mit ihr ermäßigt sich der Sparpreis um 25 Prozent - allerdings nicht in der ersten Klasse. Die Preisdifferenzen fallen hier also etwas höher aus. Mit der Bahncard für die erste Klasse ist man aber fein raus, sie gilt auch für die zweite Klasse.  Unabhängig von der Klasse räumt die Bahn einen "Mengenrabatt" auf Sparpreise ein: Buchen bis zu vier Personen zusammen, zahlen sie für Langstrecken jeweils etwa fünf bis zehn Euro weniger.

Quelle: ino

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