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Wenn die Sonne weniger wird Solaranlage im Herbst: Lohnt sich das?

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Anlagenbesitzern sollte bewusst sein, dass der Strombedarf unter Umständen in der dunklen Jahreszeit durch einen Ökostromtarif unterstützt werden muss.

Wer günstig grünen Strom beziehen will, liebäugelt mit einer Solaranlage. Im Sommer ein klarer Gewinn, doch wie sieht die Sache im Herbst aus? Oft kommen bei Interessierten Zweifel auf, wie gewinnbringend die Anlage dann ist - Zeit, das aufzuklären.

Gerade wenn die Sonnenstrahlen im Herbst zurückgehen, wird Energie am meisten benötigt: Beleuchtung, Heizung und generell mehr Aufenthaltszeit in Innenräumen erhöhen den Bedarf. Doch auch wenn Solaranlagen in der dunklen Jahreshälfte weniger Strom liefern, lassen sie sich das ganze Jahr über sinnvoll nutzen.

Ein Blick auf den deutschlandweiten Strahlungswert, also die Anzahl der solaren Kilowattstunden je Quadratmeter, zeigt: rund 361 kWh/m² stammen aus den Herbst- und Wintermonaten (2020/2021). Zum Vergleich: die Gesamtstrahlung betrug 2020 insgesamt ca. 1173 kWh/m². Die Sonneneinstrahlung der Monate September bis März macht gut 25 Prozent der Gesamtzahl aus.

Anlage von Laub befreien

Um die Sonneneinstrahlung perfekt einzufangen, ist es wichtig die Anlage frei von Laub zu halten. Achtung: Generell sollte nur Fachpersonal an die Anlage. Sind die Kollektoren ohne Sturzgefahr selbst zu erreichen, darf Laub oder auch der erste Schnee selbst entfernt werden. Hierbei ist auf kratzsicheres Werkzeug zu achten, um keine Schäden zu hinterlassen. Zudem bietet es sich an, Bäume zurückzuschneiden, damit zusätzliche Verschattung ausbleibt. Übrigens: Spezielle Systeme zur automatischen Schneeräumung rechnen sich in der Regel nicht. Wenn die Kollektoren mit einer dünnen Schicht Frost belegt sind, verschwindet diese auf den meist schwarzen Kollektoren.

Ökostromtarif dazu buchen

Bei diffusem Licht büßt eine moderne Solaranlage heutzutage kaum an Leistung ein. Doch sinkende Strahlungswerte mindern den Ertrag der Solaranlage. Deshalb sollte Anlagenbesitzern bewusst sein, dass der Strombedarf unter Umständen in der dunklen Jahreszeit durch einen Ökostromtarif unterstützt werden muss. So lässt sich der Energiebedarf ausschließlich mit grüner Energie decken. Sinnvoll ist die Solaranlage auf dem Dach jedoch auch in der kalten Jahreszeit. Gekoppelt mit einer intelligenten Speichermöglichkeit vergrößert sich die Leistungskraft deutlich. Neben der Stromversorgung kann der Hausbesitzer mit der erzeugten Solarenergie auch das Wärmeenergiesystem betreiben und so mit dem eigenen Strom heizen.

Batteriespeicher erhöhen die Unabhängigkeit

Für eine grüne Energiebilanz lohnt sich die Installation eines Stromspeichers. Die Preise für Stromspeicher sind in den vergangenen Jahr stark gefallen - bei einigen Anbietern lassen sie sich inzwischen sogar mieten. Laut Verbraucherzentrale muss der Speicher nach etwa zehn bis 15 Jahren ausgetauscht werden. Das Zwischenspeichern macht es möglich, den tagsüber erzeugten Solarstrom zu einem späteren Zeitpunkt zu nutzen. Im Herbst sind zwar die Tage oft noch sonnig, aber mit der kommenden Zeitumstellung wird es schon früh dunkel. Beispielsweise Beleuchtung oder Fernseher können abends mit dem Batteriespeicher mit Solarenergie betrieben werden.

Mittlerweile ist die Anschaffung einer Solaranlage auch aus wirtschaftlicher Sicht klug. Seit 2006 sind die Kosten für PV-Anlagen laut dem Fraunhofer ISE in Deutschland um circa 75 Prozent gefallen. "Genau deswegen ist eine eigene Solaranlage heute die Energie zum Mitmachen - saubere, günstige Energie von allen, für alle", erklärt Experte Stephan Rink von dem Solarunternehmen Enpal.

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Hinzu kommt eine gesunkene Einspeisevergütung. Das macht einen hohen Energieverbrauch lohnenswerter als die Einspeisung. Im Herbst und Winter produziert die Solaranlage zwar weniger Strom, aber dafür gibt es im Haushalt deutlich mehr Eigenverbrauch. So hat jede erzeugte kWh mehr Wert für den Eigenheimbesitzer. Vor allem an kurzen Herbst- und Wintertagen trägt ein Stromspeicher dazu bei, den Eigenverbrauch auf bis zu 80 Prozent zu erhöhen.

Fazit

Auch im Herbst und Winter liefert eine Solaranlage ausreichend Strom - mit einem zusätzlichen Stromspeicher lässt sich die Nutzung noch optimieren. "Je mehr Kapazität auf dem Dach verbaut ist, desto autarker sind Anlagenbesitzer am Ende, vor allem wenn sie sich eine Anlage mit Batteriespeicher zulegen", sagt Stephan Rink. "Für den Reststrom sollte ein Ökostromtarif hinzugenommen werden. Dann sind Verbraucher komplett unabhängig von den großen Energieversorgern."

Quelle: ntv.de, awi

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