Ratgeber

Für alle Fälle Soll man das Smartphone versichern?

Diebe, Stürze, eigene Dummheit - ein Smartphone ist einigen Gefahren ausgesetzt. Eine Handypolice könnte da gut angelegtes Geld sein. Oft muss man im Schadensfall aber trotz Versicherungsschutz draufzahlen.

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Der Schutz kostet etwa zwischen 40 und 100 Euro im Jahr, je nach Modell und Versicherung.

(Foto: imago/Westend61)

Ein Smartphone ist Rechner, Fotoapparat, Stereoanlage und Telefon in einem. Moderne Geräte können immer mehr, haben aber auch ihren Preis. Unter 600 Euro sind die Flaggschiff-Modelle kaum zu haben. Ziemlich viel Geld also, das man da in der Hosen- oder Handtasche mit sich herumträgt. Da ist man schon empfänglich, wenn beim Kauf gleich noch eine Handyversicherung dazu empfohlen wird. Zwischen drei und 15 Euro im Monat kostet so eine Police, je nach Anbieter und Wert des Gerätes. Abgeschlossen wird sie für eine Laufzeit zwischen zwölf und 24 Monaten.    

Der Monatsbeitrag tut einem nicht unbedingt weh, doch ein Muss ist eine Handyversicherung nicht. "Der Verlust eines Handys bedroht die finanzielle Existenz des Besitzers in aller Regel nicht", erklärt Michael Sittig von der Stiftung Warentest. Wer trotzdem eine Versicherung abschließt, muss damit rechnen, dass der Anbieter im Schadensfall nicht oder nur teilweise zahlt, je nachdem, was im Versicherungsvertrag steht. Es gibt unterschiedliche Produkte auf dem Markt, ob sich eine Handyversicherung lohnt, hängt vom Inhalt des Versicherungsschutzes und dem Wert des zu versichernden Handys ab. Display- und Gehäusebruch, Sturz- und Flüssigkeitsschäden sowie Kurzschlüsse und Überspannungsschäden sind fast immer abgedeckt, bei Bedienungs- und Konstruktionsfehlern greift allerdings nicht jede Police.

Diejenigen, die auf keinen Fall auf einen speziellen Schutz für ihr Smartphone oder Tablet verzichten wollen, sollten unbedingt die Angebote mehrerer Anbieter vergleichen, rät Rita Reichard von der Verbraucherzentrale NRW. "Vor allem das Kleingedruckte in puncto Zeitwert, Ausschlüsse, Leistungsumfang und Selbstbehalt sollte genau geprüft werden", betont Reichard. Wer sein Handy bei Mediamarkt oder Saturn kauft, bekommt beispielsweise den Plusschutz der Allianz angeboten, Amazon arbeitet mit der Ergo zusammen. Gerade der Allianz-Schutz ist nicht ganz billig. Man müsse sich aber nicht auf die Police des Händlers einlassen, betont Reichard. 

Fast immer mit Selbstbeteiligung

"In der Regel wird nur der Zeitwert eines Geräts unter Anrechnung einer Selbstbeteiligung erstattet", erklärt Suliak. Schon nach einem Jahr reduziert sich der Zeitwert auf 50 bis 80 Prozent des Neupreises. Die Höhe der Selbstbeteiligung liegt zwischen fünf und 20 Prozent des Kaufpreises. "Bei Diebstahl oder Defekt zahlt die Versicherung aber häufig gar nichts", sagt Reichard. Zumindest dann nicht, wenn der Besitzer in den Augen der Versicherer grob fahrlässig gehandelt hat. "Wer das Smartphone ablegt, es dabei nur kurzfristig aus dem Auge lässt und es gestohlen wird, riskiert seinen Versicherungsschutz", erklärt Sittig. Grundsätzlich sollten Interessenten einer Handyversicherung prüfen, ob sie im Fall eines Einbruchdiebstahls oder eines Raubes nicht schon über die Hausratversicherung geschützt sind.

Wird zu Hause eingebrochen und das Mobiltelefon gestohlen, zahlt die Hausratversicherung, so man denn eine hat. Das Gute: Sie erstattet sogar den Neuwert des Gerätes. Auch Raub ist ein Fall für die Hausratpolice. Nur bei Taschendiebstahl kommt man allenfalls mit der Handyversicherung weiter. Egal ob Hausrat oder Handypolice: Der Diebstahl oder Raub muss bei der Polizei angezeigt werden, damit man Geld zurückbekommt.  

Details über weitere mögliche Ausschlüsse stehen im Kleingedruckten des Vertrags. "Die Liste ist oft lang", sagt Reichard. So ist häufig festgelegt, dass der Handybesitzer bei Bedienfehlern, rein kosmetischen Schäden oder Virenbefall selbst für den Schaden aufkommen muss. Für einen Schaden durch Nässe kommt die Handyversicherung oft nur dann auf, wenn das Gerät ins Wasser gefallen ist. Lässt jemand das Mobiltelefon im Regen liegen, hat er das Nachsehen.

Quelle: n-tv.de, ino/dpa