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Kunden sollen gewarnt werden Strengere Dispo-Regeln kommen

Ein Dispokredit ist eine praktische Sache, wenn man mehr Geld braucht, als gerade da ist. Neue Regeln sollen verhindern, dass Dauer-Disponutzer im Schuldensumpf versinken. Doch vor einer wichtigen Maßnahme schreckt der Gesetzgeber zurück.

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Wer langfristig tief in den Miesen steckt, soll eine Umschuldung angeboten bekommen.

(Foto: imago stock&people)

Verbraucher sollen künftig besser vor hohen Dispozinsen und Risiken beim Abschluss von Immobilienkrediten geschützt werden. Das Bundeskabinett hat einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht, der vor allem intensivere Beratung und mehr Information zum Ziel hat.

Vorgesehen ist, dass Banken und Sparkassen ein Gespräch über kostengünstigere Alternativen anbieten müssen, wenn jemand seinen Dispokredit ein halbes Jahr lang zu durchschnittlich mehr als 75 Prozent ausschöpft. Die aktuellen Zinssätze müssen gut sichtbar im Internet veröffentlicht werden. "Hierdurch versetzen wir die Verbraucherinnen und Verbraucher in die Lage, die Zinssätze schnell und einfach miteinander vergleichen zu können", sagte Verbraucherminister Heiko Maas (SPD). "Damit machen wir es den Banken schwerer, unangemessen hohe Dispozinsen zu verlangen."

Dispo-Deckel kommt nicht

Verbraucherschützer fordern seit längerem, die Zinssätze gesetzlich zu "deckeln", also eine maximal zulässige Höhe vorzugeben. So weit sollen die neuen Regeln nun aber nicht gehen. In den letzten Jahren hatten viele Banken ihre Zinsen zwar gesenkt, bei der letzten Studie der Stiftung Warentest zu dem Thema lag der Durchschnittszins aber immer noch bei deutlich über zehn Prozent. Dispozinsen von unter acht Prozent findet man bei diversen Direktbanken und vielen PSD-Banken. Am günstigsten ist die Deutsche Skatbank, die aktuell 4,49 Prozent für ihren Dispo verlangt.   

Der Dispokredit wird üblicherweise eingeräumt, wenn der Kunde ein regelmäßiges Gehalt nachweisen kann. Die Zinsen sind höher als bei Ratenkrediten, dafür steht das Geld bis zum festgelegten Höchstbetrag flexibel zur Verfügung, festgelegte Rückzahlungsmodalitäten gibt es nicht. Die Banken rechtfertigen hohe Zinsen mit dem angeblich höheren Ausfallrisiko der Dispokredite. Das lässt sich aber nicht durch Zahlen belegen.  

Auch beim Thema Immobiliendarlehen will der Gesetzgeber nachbessern. Der Gesetzentwurf verpflichtet Kreditgeber, Kunden vor der Vergabe von Immobiliendarlehen streng auf Kreditwürdigkeit zu prüfen und umfassend über das Angebot zu informieren. Eine Kopplung mit anderen Finanzprodukten ist nur noch in bestimmten Fällen erlaubt. Auch die Anforderungen an die Vermittler von Darlehen sollen verschärft werden. Maas sagte, die Inanspruchnahme eines Kredits sei oft mit erheblichen finanziellen Risiken verbunden. "Mit den neuen Regelungen wollen wir Verbraucherinnen und Verbraucher besser vor möglichen Fehlentscheidungen schützen", betonte der Minister.

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Quelle: n-tv.de, ino/dpa

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