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Unfall am Arbeitsplatz Trinken ist nicht versichert

In der Rauchpause ausrutschen oder in der Toilettentür den Finger einklemmen - längst nicht jeder körperliche Schaden, den man sich in der Firma zuzieht, gilt als Arbeitsunfall. Ein neues Urteil zeigt: Auch Essen und Trinken im Büro erfolgt auf eigene Gefahr.

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Egal ob Cola, Wasser oder Bier: Wer sich am Arbeitsplatz beim Trinken verletzt, kann kein Geld von der Berufsgenossenschaft erwarten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Bei Unfällen am Arbeitsplatz zahlt die gesetzliche Unfallversicherung. Sollte man meinen, ist aber längst nicht immer so. Es kommt vielmehr darauf an, bei welcher Tätigkeit sich das Unglück ereignet. Das zeigt jetzt eine Entscheidung, die das Sozialgericht Dresden gefällt hat. Verletzt man sich beim Trinken im Büro, ist das demnach kein Arbeitsunfall (S 5 U 113/13).

Der Angestellte war am Kopierer zugange. In der kurzen Pause zwischen zwei Kopiervorgängen holte er sich aus dem nahen Kühlschrank eine Flasche alkoholfreies Bier. Er öffnete die Flasche und wollte er heraussprudelndes Bier abtrinken – offenbar zu hastig, denn er brach sich dabei mehrere Zahnspitzen im Oberkiefer ab.

Der Mann wollte die Behandlungskosten daraufhin von der Berufsgenossenschaft ersetzt bekommen, doch die lehnte ab. Es handle sich nicht um einen Arbeitsunfall. Das sah nun auch das Sozialgericht so: Essen und Trinken seien auch während einer Arbeitspause am Kopiergerät grundsätzlich nicht unfallversichert.

Trinken ist "eigenwirtschaftliche Verrichtung"

Die Nahrungsaufnahme sei ein menschliches Grundbedürfnis und trete regelmäßig hinter betriebliche Belange zurück. Es handele sich um eine sogenannte "eigenwirtschaftliche Verrichtung", mit der der Kläger seine versicherte Tätigkeit unterbrochen hatte. Nur in einem Fall könne eine Ausnahme gemacht werden: Dann, wenn die berufliche Tätigkeit ein besonderes Durst- oder Hungergefühl hervorgerufen hätte, das vom normalen Trink- und Essverhalten abweiche. Davon könne aber beim Kopieren keine Rede sein.

Gut zu wissen: Der Weg zur Kantine ist grundsätzlich versichert, solange die Wegstrecke in einem angemessenen Verhältnis zur Pausendauer steht. Sobald allerdings die Kantinentür durchschritten ist, endet der Versicherungsschutz.

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Quelle: n-tv.de, ino

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