Ratgeber

Die Luft wird dünn Über zwei Prozent fürs Tagesgeld

Tagesgeldkonten waren früher das Kundenlockmittel schlechthin. Mit hohen Zinssätzen sollte die Kundenbeziehung aufgebaut werden. Gute Angebote für Neu- und Bestandskunden gibt es inzwischen nur noch vereinzelt.

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(Foto: BirgitH, pixelio.de)

Man nehme 50.000 Euro und versuche, sie gewinnbringend auf einem Tagesgeldkonto zu parken. Parken ist kein Problem, gewinnbringend wird aber zunehmend schwieriger. Eine zwei vor dem Komma beim Zinssatz bieten nur noch die wenigsten Banken. Wer dann auch noch einen größeren Betrag anlegen will, hat ein Problem.

Mit einem Zinssatz von 2,1 Prozent pro Jahr wirbt die Comdirect-Bank. Das Angebot gilt für Bestands- und Neukunden gleichermaßen. Allerdings bietet die Comdirect diesen Zinssatz nur für einen Anlagebetrag von bis zu 5.000 Euro. Von 5.000 bis 30.000 Euro sind es 1,2 Prozent, von 30.000 bis 50.000 Euro nur noch ein Prozent und darüber hinaus sogar nur ein halbes Prozent pro Jahr.

Noa-Bank vorne

Am besten liest sich derzeit das Angebot der noch jungen Noa-Bank. Sie verzinst Tagesgeldeinlagen bis 500.000 Euro mit 2,2 Prozent pro Jahr. Allerdings ist die Bank nicht dem deutschen Einlagensicherungsfonds angeschlossen. Es greift nur die gesetzliche Einlagensicherung bis 50.000 Euro.

Knapp dahinter, mit 2,1 Prozent pro Jahr, folgt die Bank of Scotland. Auch sie verzinst Kundengelder bis 500.000 Euro zu diesem Zinssatz. Einen Blick sollte man allerdings auch hier auf die Einlagensicherung werfen, die durch den staatlichen, britischen Einlagensicherungsfonds bis ca. 55.000 Euro garantiert wird.

Zinstrend zeigt nach unten

Wer sein Geld bei einer Bank lassen möchte, die einem deutschen Einlagensicherungssystem angehört, kann – allerdings nur als Neukunde – ein Angebot der 1822direkt prüfen. Die Tochter der Frankfurter Sparkasse verspricht ihren Kunden zwei Prozent pro Jahr, wenn diese in den vergangenen sechs Monaten kein Tagesgeldkonto bei der Bank geführt haben. Über die gesetzliche Einlagensicherung in Höhe von 50.000 Euro hinaus erfolgt die Absicherung in voller Höhe durch die deutsche Sparkassenorganisation. Den Zinssatz zahlt die 1822direkt bis zu einem Anlagebetrag in Höhe von 100.000 Euro.

Der Zinstrend beim Tagesgeld zeigt nach einer Einschätzung der FMH-Finanzberatung weiter nach unten. "Die Tagesgeldzinsen sind seit der Finanzkrise immer oberhalb des EZB-Leitzinses angesiedelt. Jetzt nähern sie sich diesem wieder an", so Max Herbst, Chef der FMH-Finanzberatung. Dahinter steht eine einfache Logik. "Wenn die EZB den Banken Geld für ein Prozent pro Jahr leiht, gibt es keinen Anreiz für die Banken, dem Kunden eine höhere Verzinsung anzubieten", erklärt Herbst. Für die nächsten Monate rechnet Herbst mit wenig Bewegung am Markt und eher noch fallenden Tagesgeldzinsen.

Vergleichsrechner – Die besten Tagesgeldangebote

Quelle: ntv.de

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