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Auszahlung an Hinterbliebene Urlaubsanspruch gilt auch nach dem Tod

Stirbt ein Angestellter, endet damit auch automatisch das Arbeitsverhältnis. Aber was passiert mit nicht genommenen Urlaubstagen des Dahingeschiedenen? Die EU-Richter fällen ein Urteil im Sinne der Angehörigen.

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Der Angestellte war zuletzt oft krank und hatte deshalb keine Gelegenheit, seinen Urlaub zu nehmen.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Ein Arbeitnehmer verliert mit dem Tod nicht seinen Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub. Seine Witwe kann daher einen finanziellen Ausgleich für Urlaub verlangen, den der Verblichene nicht mehr nehmen konnte. Dies hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden (Rechtssache C-118/13).

Nationale Gesetze oder "Gepflogenheiten", wonach der Urlaubsanspruch "untergeht, wenn das Arbeitsverhältnis durch den Tod des Arbeitnehmers endet", seien mit dem EU-Recht nicht vereinbar, befanden die höchsten EU-Richter. Der Anspruch auf bezahlten Urlaub sein "ein besonders bedeutsamer Grundsatz des Sozialrechts". Der EuGH antwortete mit seinem Urteil auf eine Anfrage des Landesarbeitsgerichts in Hamm.

Dieses muss über den Fall eines Arbeitnehmers entscheiden, der seit 1998 bei einem Unternehmen beschäftigt war. Wegen Krankheit war er von 2009 an nur noch mit Unterbrechungen arbeitsfähig. Als er im November 2010 starb, hatte er 140,5 Tage Jahresurlaub angesammelt. Seine Witwe verlangte für diesen Urlaubsanspruch einen finanziellen Ausgleich. Zu Recht, so der EuGH.

Das Gericht verwies darauf, dass einem Arbeitnehmer bezahlter Urlaub zusteht, solange er bei einem Unternehmen beschäftigt ist. Auch wer wegen einer Krankheit gar keinen Urlaub nehmen könne, habe bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses Recht auf eine Vergütung für den nicht genommenen Urlaub.

Mit einem "finanziellen Ausgleich im Fall der Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch den Tod" werde "die praktische Wirksamkeit des Urlaubsanspruchs" sichergestellt, urteilte der Europäische Gerichtshof: "Der unwägbare Eintritt des Todes des Arbeitnehmers darf nicht rückwirkend zum vollständigen Verlust des Anspruchs auf bezahlten Jahresurlaub führen." Der Anspruch auf finanzielle Abgeltung hänge auch nicht ab, ob der Betroffene zuvor einen entsprechenden Antrag auf Auszahlung gestellt hat.

Quelle: n-tv.de, ino/dpa

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