Ratgeber
Dienstag, 27. September 2011

Rückkehr nach Burnout: Verhaltensregeln für Kollegen

Burnout wird zum Volksleiden, fast jeder kennt jemanden, der schonmal am Erschöpfungssyndrom erkrankt war. Oft dauert die Auszeit mehrere Monate. Doch wie verhält man sich, wenn der Kollege zurück an den Arbeitsplatz kommt?

Wenn der Kollege nach seiner Auszeit wiederkommt, sollte man ihm zeigen, dass er willkommen ist.
Wenn der Kollege nach seiner Auszeit wiederkommt, sollte man ihm zeigen, dass er willkommen ist.(Foto: Stephanie Hofschlaeger, pixelio.de)

Seit Jahren steigt die Zahl der Burnout-Patienten, rund 100.000 Arbeitnehmer waren allein im letzten Jahr krankgeschrieben, weil sie am Erschöpfungssyndrom litten. Die Abwesenheit dauert oft mehrere Monate. Doch immerhin kehren 70 Prozent der Betroffenen in ihren alten Beruf zurück. Um ihnen den Wiedereinstieg so leicht wie möglich zu machen, ist die Mithilfe der Kollegen gefragt.

Wichtig ist es, dem Kollegen "positiv willkommen" zu heißen, weiß die Ärztin und Burnout Expertin Nadja Behling. Sätze wie "Schön, dass Du wieder da bist" sollten nicht nur gedacht, sondern auch ausgesprochen werden, etwa in einer ruhigen Minute in der Kaffeeküche. Die Grundregel müsse sein, den Kollegen wieder mit ins Boot zu holen.

Immer öfter kommen Ärzte heute zur Diagnose Burnout. Die Krankheit betrifft besonders die Ehrgeizigen. Denn vor allem jene, die sich im Job viel abverlangen, laufen Gefahr, sich zu überanstrengen. Erste Anzeichen können etwa Schlaflosigkeit, Unkonzentriertheit und Erschöpfungszustände sein. Irgendwann droht dann der Zusammenbruch - wie zuletzt beim ehemaligen Schalke-Trainer Ralf Rangnick.

Fragen ist nicht peinlich

Gut sei es, dem Kollegen nach seiner Rückkehr eine offene Frage wie "Wie geht es Dir?" zu stellen. Nicht in großer Runde, sondern in einem Gespräch unter vier oder sechs Augen. Dann könne der Betroffene selbst entscheiden, ob er die Frage höflich knapp beantworte oder von seiner Krankheit erzählen möchte, sagt Behling.

Über die Rückkehr des Kollegen einfach schweigend hinwegzugehen, nur um nicht aufdringlich zu wirken, sei keine gute Strategie. "Dann fühlt sich der Mitarbeiter schnell nicht willkommen und es entsteht im ungünstigen Fall Raum für Missverständnisse." Besser sei es, möglichst unbefangen und authentisch zu sein und Mitgefühl zu zeigen. Mitleid sparen sich Kollegen aber besser. Denn ein armes Würstchen in den Augen eines anderen möchte niemand gerne sein.

Quelle: n-tv.de

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