Ratgeber

Gehaltsanpassung fordern Versetzung in Großstadt

Um nach der Versetzung in eine Großstadt mehr Lohn zu erhalten, müssen Arbeitnehmer geschickt verhandeln. "Gehaltsforderungen müssen Arbeitnehmer dem Chef richtig verkaufen", sagte Martin Wehrle, Kommunikationstrainer aus Jork bei Hamburg, am Dienstag dem dpa/gms-Themendienst. So sei es etwa ratsam, bei einer Versetzung in eine teurere Gegend nicht von einer Gehaltserhöhung, sondern von einer Gehaltsanpassung zu sprechen. Dabei könnten Arbeitnehmer sich bei ihren Forderungen am Verdienst der Kollegen am neuen Arbeitsplatz orientieren.

Das Bundesverfassungsgericht hatte am Dienstag entschieden, dass Beamte in Städten keine "Ballungsraumzulage" erhalten müssen. Ein Münchner Polizist hatte geklagt, weil er sich nach der Versetzung aus seiner Heimat im Raum Bayreuth wegen der hohen Preise in der Landeshauptstadt benachteiligt fühlte.

Arbeitnehmer sollten sich laut Wehrle nicht bloß über ihre Nachteile durch einen Wohnortwechsel beklagen, sondern müssten dem Chef klarmachen, welche Vorteile er durch den Umzug des Angestellten hat. So könne eine Gehaltserhöhung nicht als Mehrausgabe, sondern als Investition gelten. Dabei sollten Mitarbeiter durchaus selbstbewusst auftreten: Wer Lohnforderungen duckmäuserisch vortrage, erreiche meist gar nichts.

Grundsätzlich haben Arbeitnehmer aber keinen Anspruch auf einen Gehaltsausgleich, wenn sie durch die Versetzung in eine Großstadt oder ins Ausland höhere Lebenshaltungskosten haben. "Solche Dinge sind grundsätzlich Verhandlungssache", sagt Jobst Hubertus Bauer, Rechtsanwalt in Stuttgart. Zwar könnten Ausgleichszahlungen für Umzüge und Versetzungen im Tarifvertrag geregelt werden, erläutert der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins. In der Praxis sei dies aber kaum der Fall.

Quelle: ntv.de