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Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung Vorfälligkeitsentschädigung keine Werbungskosten

Wer seinen laufenden Immobilienkredit vor Ablauf der Zinsbindung kündigt, muss eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen. Mit der Frage, ob die geleisteten Zahlung als Werbungskosten geltend gemacht werden können, hat sich das Finanzgericht Düsseldorf befasst.

Einen laufenden Immobilienkredit vorzeitig zu kündigen, lohnt sich selten. Foto: dpa-infocom

Einen laufenden Immobilienkredit vorzeitig zu kündigen, lohnt sich selten.

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Kündigt ein Kunde einen Kreditvertrag vorzeitig, entsteht der Bank ein sogenannter Zinsschaden. Die Vorfälligkeitsentschädigung soll diesen Schaden ausgleiche n. Doch die Steuerlast kann diese Ausgabe nicht senken, wie das Finanzgericht Düsseldorf mitteilt (Az.: 7 K 545/13).

In dem verhandelten Fall beantragte die spätere Klägerin den Abzug einer Vorfälligkeitsentschädigung als nachträgliche Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung. Sie hatte eine im Jahr 1999 erworbene Immobilie im Jahr 2010 veräußert und musste der finanzierenden Bank zur Ablösung der Restschuld aus zwei Anschaffungsdarlehen eine Vorfälligkeitsentschädigung in Höhe von rund 3500 Euro zahlen. Das Finanzamt lehnte den Abzug dieser - nach der Veräußerung entstandenen - Aufwendungen als Werbungskosten ab. Die Frau klagte gegen den Bescheid.

Doch auch das Finanzgericht Düsseldorf ist der Ablehung des Finanzamtes unter Berufung auf die bislang ständige Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs gefolgt. Der ursprünglich bestehende Zusammenhang mit den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung werde durch die Veräußerung des Vermietungsobjekts unterbrochen, wenn die vorzeitige Rückführung des Kredits auf die Verpflichtung zur lastenfreien Übereignung zurückzuführen sei, befand das Gericht.

Etwas anderes folge demnach auch nicht aus der neueren Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs, der zufolge Schuldzinsen auch nach der Veräußerung des Vermietungsobjekts abgezogen werden können. Im Gegensatz zu der dieser Rechtsprechung zugrunde liegenden Fallkonstellation sei die zehnjährige Veräußerungsfrist im Streitfall nämlich bereits abgelaufen gewesen, urteilte die Richter.

Das Finanzgericht Münster hatte allerdings in einem andern Fall geurteilt, dass eine gezahlte Vorfälligkeitsentschäding als Werbungskosten geltend gemacht werden können.

Quelle: n-tv.de, awi

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