Ratgeber

Unfall mit Spätfolgen Vorsicht bei Vergleich

Wenn ein Streit vor Gericht nicht eindeutig entschieden werden kann, endet die Verhandlung oft in einem Vergleich. Beide Parteien rücken von ihren Ursprungsforderungen ab und man einigt sich auf eine Lösung, mit der beide Seiten leben können. Unfallopfer sollten aber unbedingt darauf achten, dass sie auch bei Spätfolgen abgesichert sind.

Wer nach einem Unfall mit der gegnerischen Versicherung einen Vergleich abschließt, geht bei Spätfolgen womöglich leer aus. Das ergibt sich aus einem Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Koblenz. Die Richter verwiesen auf die dreijährige Verjährungsfrist, die mit Abschluss des Vergleichs beginnt. Für später auftretende Unfallfolgen müsse die Versicherung demnach nicht mehr zahlen (Aktenzeichen: 12 U 1178/10).

Geklagt hatte ein Mann, der 1996 bei einem Verkehrsunfall schwere Verletzungen erlitten hatte. Nach längeren Verhandlungen schloss er 1999 einen Vergleich. Danach verzichtete er gegen Zahlung von 82.000 DM (rund 42.000 Euro) auf alle weiteren Ansprüche aus dem Unfall. Im November 2007 stellte sich jedoch heraus, dass noch eine Hüftoperation notwendig wurde. Die Versicherung lehnte unter Hinweis auf den Vergleich jede Zahlung ab. Der Kläger war der Auffassung, der Vergleich erfasse nicht die Spätfolgen des Unfalls.

Anders als das Landgericht Trier, das der Klage stattgegeben hatte, hielt sie das OLG für unbegründet. Zwar habe sich der Vergleich nur auf die damals bekannten Unfallschäden bezogen. Allerdings habe der Kläger die Rechnung ohne die gesetzlichen Verjährungsregeln gemacht. Unfallopfer, die sich auf einen Vergleich einlassen, sollten deshalb mit der Versicherung aushandeln, dass diese auch noch Jahre später auf den Einwand der Verjährung verzichtet.

Quelle: ntv.de, dpa

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