Ratgeber

Rechts- und Überlebenstipps Was Sie bei der Weihnachtsfeier besser lassen

Für die einen ist sie das Highlight im Büroalltag, für die anderen eine lästige Pflichtveranstaltung: die Weihnachtsfeier. Millionen Arbeitnehmer werden in den nächsten Wochen auf Firmenkosten essen - und vor allem trinken. Es gibt ein paar Dinge, die Sie wissen sollten.

Weihnachtsfeier im Betrieb: Wer früh gehen will oder muss, sollte zumindest eine gute Entschuldigung parat haben. (Bild: ZB-FunkregioOst)

Wer dieser Tage essen gehen will, muss mit Weihnachtsfeiern rechnen.

Wenn es um die Weihnachtsfeier geht, lassen sich die meisten Arbeitgeber nicht lumpen: Größere Firmen mieten gern mal ganze Hallen an, nebst Barkeepern und Discjockeys für den gemütlichen Teil des Abends. Andere laden ins Restaurant, wenn es etwas kreativer sein soll, auch zur Dinner Show, zum Bowling oder auf den Weihnachtsmarkt. Die Konzepte sind unterschiedlich, das Ende oft das Gleiche: Die Anwesenden gehen satt und betrunken nach Hause. Muss man da eigentlich mitmachen? Wie hinterlässt man einen möglichst guten Eindruck? Und wer haftet, wenn etwas danebengeht? Einige Tipps für die nächste Weihnachtsfeier.

Muss man da hin?

Normalerweise nicht. In aller Regel enthalten Arbeitsverträge keine Klauseln zur Teilnahme an Betriebsfeiern. Angestellte müssen ihrer Arbeitspflicht nachkommen, sie können aber nicht gezwungen werden, einen Abend im Kreise ihrer Kollegen zu verbringen, schließlich werden sie dafür auch nicht bezahlt. Findet die Weihnachtsfeier während der Arbeitszeit statt, dürfen diejenigen, die nicht mitfeiern wollen, aber nicht nach Hause gehen, sondern müssen weiterarbeiten, wenn das möglich ist.

Ob es klug ist, der Feier fernzubleiben, steht auf einem anderen Blatt. Wer ohne guten Grund wegbleibt, macht sich damit bei Vorgesetzten und Kollegen womöglich unbeliebt. Schließlich werden Weihnachtsfeiern nicht aus purer Großzügigkeit ausgetragen, sondern auch, um das Betriebsklima zu fördern. Lässt man sich demonstrativ nicht blicken, sorgt das womöglich für Missfallen.

Manche Arbeitgeber zeigen sich besonders großzügig und spendieren neben dem Essen auch noch Geschenke – zum Verdruss der Weihnachtsfeier-Verweigerer. Die haben nämlich keinen Anspruch darauf, dass sie nachträglich beschert werden, hat das Arbeitsgericht Köln entscheiden (Az.: 3 Ca 1819/13). Selbst wenn man wegen Krankheit fehlt, geht man leer aus.

Muss die Firma alle einladen?

Auch wenn es üblich ist, dass Firmen am Ende des Jahres ihren Mitarbeitern Dank erweisen - keine Firma muss eine Weihnachtsfeier durchführen. Es kann auch sein, dass die eine Abteilung feiert, andere hingegen nicht. Gibt es eine offizielle Feier, dann müssen aber auch alle Mitarbeiter eingeladen werden. Einzelne Kollegen willkürlich auszuschließen, verstößt gegen den arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz. Nur wenn es einen sachlichen Grund gibt, kann einzelnen Mitarbeitern die Teilnahme verwehrt werden, etwa dann, wenn in der Firma weiter Dienst geschoben werden muss. Ob auch Leiharbeiter mitfeiern dürfen, kann der Arbeitgeber selbst entscheiden.

Wer zahlt, wenn was passiert?

Auch wenn das, was auf der Weihnachtsfeier vor sich geht, wenig mit Arbeit zu tun hat: Es handelt sich um eine Betriebsveranstaltung, also greift die gesetzliche Unfallversicherung - zumindest bei den Aktivitäten, die mit dem Gemeinschaftszweck vereinbar sind. Das gilt etwa für Essen, Trinken, Tanzen oder Sport. Wer sich also beim Weg zum Buffet die Beine bricht oder mit einem Bandscheibenvorfall vom Bowlingabend kommt, der ist in der Regel versichert. Mit eingeladene Partner oder andere Gäste hingegen nicht.  

Ist Alkohol im Spiel, wird die Haftungsfrage schwieriger. Zwar ist es üblich, dass auf Weihnachtsfeiern das eine oder andere Glas geleert wird. Wer so betrunken ist, dass der Unfall allein auf diesen Zustand zurückzuführen ist, bekommt von der Versicherung aber nichts.

Der Versicherungsschutz gilt grundsätzlich auch auf dem Rückweg - aber nur, wenn man die Veranstaltung verlässt, wenn sie offiziell zu Ende ist. Das ist spätestens dann der Fall, wenn keine Vorgesetzten mehr anwesend sind. Trinken die Kollegen danach noch ein paar Absacker oder nehmen noch einen Ortswechsel vor, dann erlischt der Versicherungsschutz.   

Was tun, was lassen?

Die Liste der möglichen Fettnäpfchen ist lang. Es fängt schon bei der Bekleidungsfrage an. Die ist natürlich vom jeweiligen Ambiente abhängig, beim Bankett mit anschließender Disco darf es ruhig etwas glamouröser sein als beim Abendessen beim Italiener. Meistens macht man nichts verkehrt, wenn man sich ähnlich kleidet wie im Büro, vielleicht etwas festlicher. Wer sein professionelles Image nicht aufs Spiel setzen möchte, hält sich von gewagten Outfits fern – auch wenn man im roten Minikleid fantastisch aussieht, führt man es nicht auf der Betriebsfeier aus. Hier gilt der Grundsatz: Mehr Stoff bedeutet mehr Autorität.

Auch wenn es sich bei der Weihnachtsfeier um ein Firmenevent handelt: Gespräche über betriebliche Angelegenheiten sollten die Ausnahme bleiben. Insbesondere Lästereien über Kollegen oder Lamenti über das, was in der Firma alles schiefläuft, verkneift man sich besser. Manchmal bietet die Weihnachtsfeier auch Gelegenheit, endlich mal Kritik loszuwerden – mit zwei Gläsern Rotwein im Blut sagt man dem besserwisserischen Kollegen vielleicht eher, dass er dem ganzen Team auf die Nerven geht. Wer sich dabei allerdings im Ton vergreift, handelt sich Ärger ein. Bei Beleidigungen oder Belästigungen droht eine Abmahnung, in besonders schweren Fällen sogar eine Kündigung.     

Viel öfter als zu offenen Auseinandersetzungen kommt es auf Weihnachtsfeiern natürlich zu Annäherungen. Bietet einem die Chefin in alkoholgeschwängerter Runde das "Du" an, sollte man es für den Abend annehmen und am nächsten Tag im Büro abwarten, ob es dabei bleibt. Peinlich kann es bei intimeren Begegnungen werden. Laut einer Umfrage der Partnervermittlung ElitePartner hatte ein Drittel der Singles schon einmal einen Weihnachtsfeier-Flirt, knapp die Hälfte wäre einer Knutscherei nicht abgeneigt. Wer am nächsten Tag nicht Thema des Flurfunks werden will, sollte wenigstens darauf achten, dass es keine Zeugen gibt. Spätestens wenn man sich nüchtern im Büro wiedertrifft, kommt man um ein Vier-Augen-Gespräch kaum herum.

Quelle: ntv.de

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