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Gestorben wird immer Was passiert nach dem Tod?

Wie lange bleiben Gräber eigentlich auf dem Friedhof? Kann man die Asche seiner Lieben auch einfach mit nach Hause nehmen? Und muss man auch Angehörige bestatten, die man zu Lebzeiten nicht leiden konnte? Fragen zum Tod gehen auch jene etwas an, die quicklebendig sind.

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Um Gräber muss sich jemand kümmern. Ein Urnengrab ist meist pflegeleichter.

(Foto: picture alliance / dpa)

Knapp 859.000 Menschen sind im Jahr 2010 gestorben. Frauen ereilte der Tod im Schnitt mit 81 Jahren, Männer schon mit 73. Die meisten entscheiden sich mittlerweile für eine Feuerbestattung, auch, weil die in der Regel günstiger ist. Billig sind Bestattungen dennoch nicht.

Wann wird am meisten gestorben?

Gestorben wird immer, aber nicht zu jeder Zeit gleich viel. Betrachtet man die Jahre 1990 bis 2010, zeigt sich, dass Gevatter Tod den Winter bevorzugt: Im Februar liegt das Sterberisiko um 9,7 Prozent über dem Durchschnitt, im Januar sind es 9,3 Prozent und auch im März ist es mit 7,6 Prozent noch überproportional hoch. Das hat eine Untersuchung des Vergleichsportals "Bestattungen.de" ergeben. Im August sterben demnach die wenigsten Menschen, hier liegt das Risiko um 7,1 Prozent unter dem Jahresmittel.

Dass der Winter so "gefährlich" ist, lässt sich vor allem auf die feuchtkalte Witterung zurückführen, die Menschen mit angeschlagener Gesundheit besonders zu schaffen macht. Auch der Mangel an Tageslicht spielt eine Rolle, weil er den Hormonhaushalt beeinflusst: Der Körper produziert weniger vom "Glückshormon" Serotonin, gleichzeitig aber mehr Melantonin, was Müdigkeit und Winterdepressionen fördert. Todesfälle durch Schnee und Glätte spielen der Studie zufolge dagegen kaum eine Rolle, im Sommer kommen sogar mehr Menschen durch Verkehrsunfälle um. 

Wer muss zahlen?

Wenn ein Mensch gestorben ist, muss er bestattet werden. Doch von wem eigentlich? Wer sich um die Organisation kümmern muss und wer die Kosten trägt, ist in den Bestattungsgesetzen der Länder detailliert geregelt. Bei der Bestattungspflicht gilt grob die die Reihenfolge: zuerst der Ehegatte, dann die volljährigen Kinder, danach die Eltern und abschließend andere Angehörige. Unabhängig davon wie eng der Kontakt zum Verstorbenen war, kann man die Bestattungspflicht nicht einfach ablehnen. Allerdings muss man als Organisator nicht unbedingt die Kosten tragen. Das ist laut Bürgerlichem Gesetzbuch die Aufgabe der Erben. Können sich diese die Beisetzung nicht leisten, dann können sie eine Sozialbestattung beantragen. Dafür gibt es dann einen festgelegten Satz, höchstens aber 1600 Euro vom Sozialamt.

Was kostet eine Bestattung?

Der Volksmund weiß: "Umsonst ist der Tod, und der kostet das Leben". Tatsächlich kostet er aber noch eine ganze Menge mehr. Zum einen sind da die Friedhofsgebühren für das Ausheben und Schließen des Grabes und für das Nutzungsrecht von 20 oder 25 Jahren. Diese Kosten sind kommunal festgelegt und sehr unterschiedlich. Nach einer Erhebung von Bestattungen.de kostet etwa ein Erdgrab in Stuttgart gut 1670 Euro, in Berlin gerade mal 285 Euro.  Urnengräber sind günstiger, allerdings muss man hier noch 200 bis 500 Euro fürs Krematorium berücksichtigen.

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200 bis 500 Euro kostet das Krematorium.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Zu den Friedhofsgebühren kommen die Kosten für das Bestattungsinstitut. Sie hängen vom Verhandlungsgeschick ab und von der Region, vor allem aber vom Aufwand der Beerdigung: Ein Sarg muss auf jeden Fall sein, bei Erdbestattungen ist er etwas aufwendiger, geht es ins Krematorium, braucht man aber auch noch eine Urne. Das alles stellt meist der Bestatter, außerdem kümmert er sich um die Abholung und hygienische Versorgung des Leichnams sowie um die Formalitäten und die Organisation der Beerdigung. Darüber hinaus können noch einige Extra-Kosten zusammenkommen, etwa für Grabredner, Sargträger und Blumenschmuck sowie für Trauerkarten und eine Zeitungsanzeige. Auch um den Grabstein muss man sich kümmern, günstige Modelle gibt es ab etwa 300 Euro, opulentere Grabmale kosten aber auch schnell das Zehnfache.

Eine kostengünstige Alternative kann es sein, seinen Körper der Wissenschaft zu spenden. Der nötige Vertrag dafür wird noch zu Lebzeiten geschlossen und nach dem Tod informieren die Angehörigen das jeweilige anatomische Institut. Das wiederum nutzt den Leichnam für Lehr- und Forschungszwecke. Bis zur Beisetzung können dann Monate oder sogar Jahre vergehen. Die Kosten dafür trägt oft das jeweilige Institut, allerdings nicht immer. 

Müssen Tote auf den Friedhof?

In Deutschland in der Regel schon, hier herrscht Friedhofszwang. Man darf seine Lieben also weder auf dem eigenen Grundstück vergraben noch ihre Asche auf dem Kaminsims verwahren. Bei Feuerbestattungen gibt es aber dennoch Alternativen zum Friedhof: Beliebt ist die Seebestattung, bei der die Asche in einer wasserlöslichen Urne im Meer versenkt wird. Recht neu ist die Naturbestattung im sogenannten Friedwald oder Ruheforst. Hier wird die biologisch abbaubare Urne an der Wurzel eines Baumes beigesetzt.

Wer es gern etwas ausgefallener hätte, muss ins benachbarte Ausland schweifen. So ist es etwa in Frankreich oder Tschechien möglich, Asche von einem Flugzeug oder Heißluftballon auszuschütten. In der Schweiz kann man Asche auf einer Almwiese oder einem Felsengebiet bestatten oder verstreuen. So etwas kann man auch von Deutschland aus veranlassen.

Unter die Rubrik "teuer und exzentrisch" fällt die Diamantbestattung, die in der Schweiz angeboten wird. Dabei wird ein Teil der Asche zu einem synthetischen Diamanten umgewandelt, der Rest wird bestattet. Auch bei der Weltraumbestattung bleibt der größte Teil der Asche am Boden.  Ein kleiner Teil wird in einer Mikrokapsel zusammen mit anderen Kapseln von einer Rakete aus in die Erdumlaufbahn gebracht. Wer auf Wiederauferstehung hofft und  das nötige Kleingeld mitbringt, für den könnte Kryonik interessant sein. Dabei wird der Körper bei -196 Grad Celsius in flüssigem Stickstoff verwahrt, um wiederbelebt zu werden, wenn dies in der Zukunft irgendwann möglich ist. Kryonik wird derzeit allerdings nur in den USA und in Russland angeboten, in Deutschland ist das Tiefkühlen von Leichen verboten.

Wann kommt es zur Exhumierung?

Wer einmal unter der Erde ist, bleibt dort normalerweise auch für die nächsten 20 bis 25 Jahre. Aus guten Gründen und nach einem schriftlichen Antrag kann ein Toter aber auch wieder ausgegraben werden. Eine Exhumierung kann beispielsweise erfolgen, wenn die Todesursache unklar ist und Verdacht auf einen Mord besteht. Meistens sind die Gründe aber harmloser und familiär bedingt, etwa wenn die Angehörigen umziehen und das Grab gern in ihrer Nähe hätten. Auch Umstrukturierungen auf dem Friedhof können Umbettungen erforderlich machen.

Quelle: n-tv.de

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