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Aldi schlägt Milka Welche Nussschokolade ist die beste?

Nussschokolade gibt es schon für 39 Cent beim Discounter. Aber schmeckt die auch? Stiftung Warentest hat 26 Sorten verkostet und ins Labor geschickt. Das Ergebnis: durchwachsen. Ausgerechnet die beliebte Ritter Sport landet ganz hinten im Ranking.

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Drei Wochen lang haben die Sensorikprüfer Nussschokolade verköstigt. Nicht immer war es ein Genuss.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Jede Menge Mineralien, Vitamin B und E, mehrfach ungesättigte Fettsäuren und Flavonoide fürs Herz – we r gute Argumente zum Naschen braucht, der bekommt bei Nussschokolade gleich eine ganze Reihe davon. Auch geschmacklich überzeugt die Kombination aus Haselnüssen und Schokolade, die Sorte ist jedenfalls eine der beliebtesten in Deutschland. 26 Nussschokoladen verschiedener Marken hat die Stiftung Warentest jetzt verglichen und ins Labor geschickt. Ihr Fazit: Echte Genießer kommen am ehesten bei den Edelmarken auf ihre Kosten. Gute Produkte gibt es aber auch beim Discounter.

Wie viele Nüsse eine Nussschokolade enthalten soll, ist nicht festgelegt. Wer mehr Wert auf Schokolade legt, sollte eine Sorte mit gehackten Nüssen wählen. Hier lag der Anteil im Schnitt nur bei zwölf Prozent. Bei den Sorten mit ganzen Nüssen war er doppelt so hoch. Am wenigsten Nüsse fanden die Tester in Stollwecks Alpia-Schokolade, die auf gerade mal neun Prozent kam und insgesamt mit "Befriedigend" bewertet wurde – so wie die meisten anderen Kandidaten im "gehackten" Segment. Die meisten sind Discounterprodukte, etwa von Norma oder Penny und Eigenmarken wie Rewes "ja!". Die Tafel kostet jeweils 39 Cent. Trumpfs Schogetten sind mit 79 Cent zwar doppelt so teuer, aber nicht besser - im Gegenteil: Wegen des aromaarmen Kakaos und der leicht bitteren Nüsse gab es nur ein "Ausreichend".  

Gut und teuer

Richtig gut war nur eine der neun Marken mit gehackten Nüssen: Die Swiss+Confisa, die nicht nur mit kräftigem Milchgeschmack und aromatischen Haselnüssen überzeugte, sondern auch mit Bio- und Fairtrade-Siegel punktet. Mit 1,99 Euro war sie aber auch deutlich teurer als die Konkurrenz.

Auch bei den klassischen Sorten mit ganzen Nüssen zeigt sich: Gute Qualität gibt es nicht zum Dumpingpreis. Mit Lindt, Feodora und Hachez landen drei Premium-Hersteller auf dem Treppchen, die Sensorikprüfung bestanden alle mit "sehr gut". Als bester Bio-Anbieter folgt Vivani auf Platz vier. Nussliebhaber greifen am besten zur Lindt, die zu fast einem Drittel aus Haselnüssen besteht. Aber auch die Schokolade überzeugte hier: "Keine andere ist so cremig", fanden die Tester, die deutliche Milch- und Vanillenoten wahrnahmen. Feodora und Hachez schmeckten stärker nach Kakao, hier fiel auch die kräftige Röst-Note der Haselnüsse auf.

Wer keine zwei Euro für eine Tafel ausgeben möchte, ist laut Stiftung Warentest auch mit den Tafeln von Aldi Nord und Süd sowie Lidl gut bedient. In allen fanden sich reichlich Nüsse, in der Sensorikprüfung gab es ein glattes "Gut". Mit 59 Cent ist die Ware von Aldi- und Lidl aber auch etwas teurer als die billigen Tafeln mit zerkleinerten Nüssen von der Discounter-Konkurrenz.

Abwertung für Ritter Sport

Und wie steht es um die Massenmarken? Sarotti ist "befriedigend", die cremige Milka für 99 Cent landet im Mittelfeld hinter den Edelmarken und den guten Discounterangeboten. Geschmack, Geruch und Konsistenz bewerteten die Tester noch als "gut". So auch bei der quadratischen Voll-Nuss-Variante von Ritter-Sport. Dass diese letztlich mit dem Testurteil "Mangelhaft" davonkommt, liegt an einem Fehler bei der Deklaration: Laut Zutatenverzeichnis verwendet Ritter Sport für die beliebteste der 24 Standardsorten nur natürliches Aroma. Im Labor ließ sich dann aber auch der chemisch hergestellte Aromastoff Piperonal nachweisen. Das dürfte den normalen Schokoladenesser nicht weiter interessieren, ist aber Verbrauchertäuschung. Und die führt bei der Stiftung Warentest zur Abwertung.

Das gleiche Schicksal trifft zwei weitere Kandidaten im Test: Kauflands K-Classic enthielt nicht nur Vanilleextrakt, wie auf der Packung angegeben, sondern auch synthetisches Vanillin. Statt einer "befriedigenden" Wertung nach dem Sensoriktest gibt es deshalb auch für die Handelsmarke nur ein "Mangelhaft". Auch ein  Bio-Produkt wird abgestraft: Bei Rapunzels Krachnuss ist die Zutatenliste offenbar durcheinandergeraten. Es fanden sich nicht nur deutlich weniger Haselnüsse in der Tafel als angegeben. Auch die Angabe der Hauptzutaten Rohrzucker und Vollrohrzucker passte nicht zum Laborergebnis.

Quelle: n-tv.de, ino

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