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Das blüht Verbrauchern Wenn Firmen mit der Schufa drohen

Ein negativer Schufa-Eintrag kann das Leben ziemlich schwer machen. Aber was muss eigentlich passieren, damit es so weit kommt? Und wie wird man den Makel wieder los?

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Ohne Schufa-Auskunft bekommt man kein Geld von der Bank, keinen Mobilfunkvertrag  und keine neue Wohnung. Ein Negativeintrag bei Deutschlands größter Auskunftei ist ein Signal an potentielle Geschäftspartner: Der Mensch ist nicht kreditwürdig. Das kann den Alltag deutlich erschweren, also sollte man tunlichst vermeiden, dass es dazu kommt. Immer wieder drohen Firmen bei offenen Forderungen mit einer Meldung an die Schufa. Aber dürfen sie das überhaupt? Wann gibt es einen Schufa-Eintrag und wie wird man ihn wieder los?

Generell: Was wirkt sich bei der Schufa positiv aus und was nicht?

Auf Pump zu finanzieren ist für die Schufa nicht verwerflich. Ratenkredite, Leasingverträge oder Kreditkartenkonten wirken sich sogar positiv auf die Bonitätsbewertung aus – solange es bei der Abwicklung keine Probleme gibt. Wer sich als zuverlässiger Schuldner erweist, ist beliebt. Auch eifrige Onlineshopper erhöhen ihr Standing bei der Schufa, denn offenbar genießen sie das Vertrauen der Unternehmen.

Minuspunkte gibt es hingegen, wenn die Bank einen Kredit kündigt, bei Zahlungsausfällen und grundsätzlich immer dann, wenn Firmen ein nicht vertragsgemäßes Verhalten an die Schufa melden. Auch wenn es nach einer eidesstattlichen Versicherung einen Eintrag ins öffentliche Schuldnerverzeichnis gibt, wird das an die Schufa weitergeleitet.

Wann gibt es einen Negativeintrag?

Wenn Rechnungen nicht bezahlt werden, kommt erstmal eine Mahnung. Die Schufa erfährt davon noch nichts. Brenzlig wird es erst, wenn man auch die zweite Mahnung ignoriert. Dann kann die Firma den Zahlungsrückstand an die Schufa weiterleiten, und zwar sobald nach der ersten Mahnung vier Wochen vergangen sind. Bedingung: Der Kunde muss über die mögliche Schufameldung informiert werden. Oft passiert das schon im ersten Mahnschreiben, spätestens im zweiten.

Wie kann man eine Meldung verhindern?

Wenn der Kunde die Forderung bestreitet, darf die Firma den Zahlungsverzug nicht an die Schufa melden. Darauf müssen die Firmen in ihrer Belehrung auch deutlich hinweisen, wie kürzlich erst der Bundesgerichtshof festgestellt hat. Die Verbraucherzentrale Hamburg hatte Vodafone verklagt. Der Konzern hatte Kunden, die die Höhe ihrer Telefonrechnung beanstandeten, mitgeteilt, man sei verpflichtet, den Zahlungsrückstand an die Schufa zu melden. Dabei hatten sich die betroffenen Kunden zu diesem Zeitpunkt mit Vodafone längst anderweitig geeinigt. Kunden könnten sich durch das Schreiben unter Druck gesetzt fühlen und ungerechtfertigte Rechnungen bezahlen, so die Schufa.

Wichtig: Weigern sich Kunden zu zahlen, verkaufen Unternehmen offene Forderungen oft an Inkassobüros. Nicht selten wissen die dann überhaupt nicht, dass der Kunde der Rechnung schon widersprochen hat. Deshalb sollte man unbedingt auch hier nochmal Widerspruch einlegen und möglichst ausführlich begründen, warum man nicht zahlt. So lässt sich verhindern, dass es zu einem unberechtigten Schufaeintrag kommt.   

Was tun, wenn es trotzdem einen Eintrag gibt?

Wenn Unternehmen die Schufa über Zahlungsausfälle informieren, werden die Betroffenen darüber nicht explizit benachrichtigt. Man kann aber einmal im Jahr eine kostenlose Eigenauskunft bekommen und darin sieht man dann auch, ob es Negativeinträge gibt. Bei falschen bzw. ungerechtfertigten Einträgen kann man von der Schufa eine Löschung verlangen. Dafür sollte man das Anliegen schriftlich schildern, hilfreich ist es außerdem, wenn man Quittungen oder andere Belege beifügen kann.

Bezahlen muss man für die Löschung nichts, allerdings kann die Sache bisweilen dauern, weil auch das betreffende Unternehmen gehört wird. Im Zweifelsfall hält die Schufa die Daten so lange zurück, bis der Fall geklärt ist.   

Wann wird der Eintrag gelöscht?

Wenn sich ein negativer Schufa-Eintrag nicht verhindern und auch nicht löschen lässt, muss man wohl oder übel abwarten, bis die Sache verjährt ist. Bei Mitteilungen über nicht vertragsgemäßes Verhalten ist das nach drei vollen Kalenderjahren der Fall. Meldet also beispielsweise ein Mobilfunkanbieter heute, dass ein Kunde seine Rechnung verspätet bezahlt hat, bleibt der Eintrag bis zum 31.12. 2018 gespeichert. Noch ein Jahr länger dauert es, wenn die Forderung offen geblieben ist.

Auch nach eidesstattlichen Versicherungen bleiben die Daten in der Regel ebenfalls drei Jahre gespeichert. Wenn das zuständige Amtsgericht einen Eintrag schon früher löscht, muss er auch aus der Schufa-Kartei verschwinden.    

Quelle: n-tv.de

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