Ratgeber

Kündigungsschutzklage versäumt Wenn der Anwalt des Fußballtrainers schlampt

Auch im Profifußball gelten Verträge - selbst wenn Kündigungen von Trainern hier an der Tagesordnung sind. Zumeist einigt sich der so Geschasste mit dem Verein auf eine Abfindung. Dies klappt aber nur, wenn der Anwalt zuvor auch entsprechende Maßnahmen ergreift.

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Auch Fußballtrainer sind Arbeitnehmer.

(Foto: imago/Westend61)

Versäumt ein Anwalt, gegen eine nichtberechtigte Kündigung seines Mandanten eine rechtzeitige Kündigungsschutzklage einzureichen, kann er verpflichtet werden, diesem das zum ursprünglichen Vertragsende entgangene Grundgehalt einschließlich entgangener Sonderprämien als Schadensersatz zu zahlen. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Hamm entschieden (Az.: 28 U 98/13 ).

In dem verhandelten Fall war der spätere Kläger Cheftrainer der 1. Herrenmannschaft eines seinerzeit in der 2. Bundesliga spielenden Fußballvereins. Wenige Spieltage vor dem Abschluss der Saison entließ der Fußballklub den Mann 22 Monate vor Vertragsende. Als Grund wurde der sportliche Misserfolg der trainierten Mannschaft angegeben. Der Trainer, der die Kündigung für unberechtigt hielt, beauftragte einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung seiner Interessen. Dieser widersprach auch gegenüber dem Fußballverein der Kündigung, unterließ es jedoch, innerhalb der gesetzlich vorgesehenen dreiwöchigen Frist eine Kündigungsschutzklage zu erheben.

Der Fußballtrainer war der Meinung, dass der Anwalt seine anwaltlichen Pflichten verletzt habe und forderte von diesem Schadensersatz wegen entgangener Einnahmen. Mit Erfolg. Das OLG Hamm sprach ihm wegen des entgangenen Bruttoverdienstes aus Grundgehalt und Punkteprämien mehr als 600.000 Euro zu.

Zur Begründung hieß es, dass der Advokat seine Pflichten aus dem Anwaltsdienstvertrag verletzt habe, indem er seinen Mandanten nicht auf die innerhalb einer dreiwöchigen Frist zu erhebende Kündigungsschutzklage hingewiesen hat. Demnach hätte diese mit überwiegender Wahrscheinlichkeit zur erfolgreichen Abwehr der Kündigung geführt. Denn der Fußballverein sei laut Gericht nicht zu einer vorzeitigen ordentlichen Kündigung berechtigt gewesen. Insofern hätte der Trainer auch im Falle seiner Freistellung bis zum vereinbarten Vertragsende Anspruch auf sein Gehalt gehabt, befand das Gericht.

Quelle: ntv.de, awi

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