Ratgeber

Gefahr durch Brandbeschleuniger Wer haftet für Grillunfall?

Es wird wieder wärmer - viele zieht es wieder nach draußen. Doch wer im Freien grillen will, sollte vorsichtig sein. Kommt ein Gast zu Schaden, haftet der Verursacher und manchmal auch die umstehenden Gäste.

Wer beim Grillen mit Spiritus hantiert, muss mit Verbrennungen rechnen. Bei einem Unfall haftet nicht nur der Verursacher, sondern unter Umständen auch die Beteiligten. Foto: Monique Wüstenhagen

Wer beim Grillen mit Spiritus hantiert, muss mit Verbrennungen rechnen. Bei einem Unfall haftet nicht nur der Verursacher, sondern unter Umständen auch die Beteiligten.

(Foto: dpa)

Vorsicht beim Grillen: Manchem Grillfreund kann es nicht schnell genug gehen und deshalb werden Brandbeschleuniger wie z. B. Benzin und Spiritus in das Grillfeuer gegossen. Die dadurch entstehende Stichflamme ist für alle umstehenden Personen extrem gefährlich. Rund 4000 Grillunfälle verzeichnet die Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin (DGV) jedes Jahr bundesweit, davon rund 500 mit besonders schweren Verbrennungen. In etwa dreiviertel der Fälle sind flüssige Brandbeschleuniger im Spiel. „Wer als Grillbeteiligter die Verwendung von Spiritus nicht verhindert, haftet, wenn es zu einem Unfall kommt“, darauf weist Axel Kleinlein, Sprecher des Bundes der Versicherten (BdV), hin.

Es reicht jedoch nicht aus, einfach darauf hinzuweisen, den Brandbeschleuniger besser nicht einzusetzen. Laut Oberlandesgericht Hamm (Az.: 9 U 129/08) muss man selbst aktiv einschreiten, um die Gefahr abzuwenden. Tut man dies nicht, können alle Beteiligten haftbar gemacht werden, wenn es zu einem Grillunfall kommt.

In so einem Fall kommt Privathaftpflichtversicherung für entstandene Schäden auf. Diese springt ein, falls jemand einen anderen schuldhaft verletzt. Kann jedoch keinem der Beteiligten ein Verschulden an einem Personen- oder Sachschaden nachgewiesen werden, zahlt die Haftpflicht nicht.

Mieter sollten beim Grillen darauf achten, dass Nachbarn nicht gefährdet oder belästigt werden. Wer darauf achtet, dass der Geruch und Rauch niemanden beeinträchtigt, vermeidet Streit, erklärt der Eigentümerverband Haus & Grund. Darüber hinaus ist es oft hilfreich, die Nachbarn rechtzeitig über die Grillparty zu informieren.

Generell sollte die Anzahl der Grillabende beschränkt werden - eine Faustregel für die zulässige Zahl gibt es aber nicht. Ein moderater Lärmpegel und Respekt vor nächtlichen Ruhezeiten helfen, die Nerven der Nachbarn zu schonen. Wichtig zu beachten: Auf Balkonen von Mehrfamilienhäusern dürfen aus Gründen des Brandschutzes nur Elektrogrills verwendet werden. Außerdem kann dort das Grillen durch die Hausordnung verboten oder beschränkt sein.

Quelle: ntv.de, awi/dpa