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Krank im Kongo Wer zahlt den Arzt im Ausland?

Es gibt Menschen, die meinen, dass Versicherungen für alles aufkommen - außer für die Schäden, die entstehen. Dennoch, Experten sind sich einig: Eine Auslandskrankenversicherung ist ein Muss. Ob sie im Ernstfall aber tatsächlich zahlt, hängt nicht zuletzt vom Patienten ab.

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Allein die Vorlage der Krankenhausrechnung und weiteren Unterlagen reichen laut Gericht nicht aus, wenn daraus keine Diagnose erkennbar ist.

(Foto: picture alliance / dpa)

Für den Fall, dass bei einer Erkrankung im Ausland die Notrufzentrale der Versicherung nicht verst ändigt wird, muss der Versicherungsnehmer beweisen, dass und woran er tatsächlich erkrankt ist und dass die medizinische Behandlung notwendig war. Dies hat das Amtsgericht München entscheiden (Az.: 273 C 32/13).

In dem verhandelten Fall hatte der spätere Kläger eine Auslandsreisekrankenversicherung. Entsprechend den Versicherungsbedingungen ist im Krankheitsfall die Notrufzentrale zu verständigen, so dass der medizinische Dienst der Versicherung die Behandlung begleiten und den Rücktransport nach Deutschland organisieren kann. Auf einer Urlaubsreise in Kamerun erkrankte der Kläger an Bauch- und Magenkrämpfen mit Erbrechen und Durchfall und erlitt einen Kreislaufzusammenbruch. Er wurde von Verwandten und Bekannten und die örtliche Klinik verbracht und dort stationär behandelt.

Aufgrund seines Zustands konnte er die Notrufzentrale der Versicherung nicht verständigen. Das Krankenhaus stellte ihm Behandlungskosten in Höhe von 3265,57 Euro in Rechnung, welche seine Versicherung nicht übernehmen wollte. Dagegen klagte der Mann. Er legte die Rechnung und Unterlagen über die verabreichten Medikamente und Laboruntersuchungen vor. Er gab weiterhin an, weder Arztbrief noch medizinische Unterlagen wie CT-Bilder, Laborbefund, EKG-Streifen, Ultraschallbilder et cetera beibringen zu können, da diese von der Klinik in Kamerun nicht herausgegeben würden.

Das Amtsgericht München hat die Klage abgewiesen. Demnach hat die Versicherung zwar nach dem Auslandsreisekrankenversicherungsvertrag die Kosten der notwendigen Heilbehandlung bei einer akut eintretenden Krankheit auf einer Reise im Ausland zu erstatten. Der Kläger habe aber nicht bewiesen, dass die Voraussetzungen des Versicherungsfalls vorgelegen haben, da er die Notrufzentrale nicht eingeschaltet habe, die deshalb die medizinische Behandlung des Klägers im Ausland nicht begleiten konnte. 

So hätte der Mann über Bekannte und Verwandte oder - als es ihm wieder besser ging - selbst die Notrufzentrale einschalten können. Allein die Vorlage der Krankenhausrechnung und weiteren Unterlagen reiche nicht aus, wenn daraus keine Diagnose erkennbar ist und insbesondere auch nicht, weshalb die in Rechnung gestellten Medikamente, Laboruntersuchungen und weiteren Untersuchungen medizinisch notwendig waren. Diese Angaben seien jedoch erforderlich, damit die Versicherung ihre Einstandspflicht überprüfen könne, entschied das Gericht.

Quelle: ntv.de, awi

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