Ratgeber

Eigene Teuerungsrate berechnen Wie hoch ist die persönliche Inflation?

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Inflation? Das Geld verliert an Kaufkraft.

(Foto: imago stock&people)

Eine Hand auf der Herdplatte, die andere im Eisfach - fertig ist der Durchschnittswert. Doch nicht jeder findet sich in diesem wieder. Um der Sache mit der Inflation zumindest näherzukommen, bietet die EZB nun einen Rechner, der es Verbrauchern ermöglicht, ihre ganz individuelle Geldentwertung zu errechnen.

Grundsätzlich gilt es anzumerken, dass sich die Preise in einer Marktwirtschaft immer wieder ändern. Manche Produkte werden teurer, andere billiger. Erhöhen sich die Preise von Waren und Dienstleistungen allgemein und nicht nur die Preise einzelner Produkte, so spricht man von Inflation.

Das passt, denn gerade erst wurde vom Statistikamt Eurostat verkündet, dass die Verbraucherpreise im Schnitt um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind. Bundesbank und Europäische Zentralbank (EZB) halten sogar Werte um 3 Prozent für nicht ausgeschlossen - allerdings nur vorübergehend. Geschuldet ist der derzeitige kräftige Preisschub bei Alltagsprodukten wie Lebensmitteln, Zeitungen und Benzin, Gebrauchsgütern wie Kleidung, Computer und Waschmaschinen und Dienstleistungen wie Friseur, Versicherungen und Mietausgaben demnach Sonderfaktoren in der Corona-Pandemie. Im kommenden Jahr rechnen die meisten Ökonomen aber wieder mit deutlich geringeren Preissteigerungen.

Auch die eigene Wahrnehmung spielt eine Rolle

Was jene nicht tröstet, die ohnehin die Empfindung haben, dass in ihrem Fall die Preissteigerungen deutlich höher liegen. Das kann durchaus sein. Denn die Teuerungsrate ist nur ein Durchschnittswert und kann je nach Konsumverhalten beim Einzelnen deutlich abweichen. Wer es also derzeit gerne mollig warm haben möchte zu Hause und infolgedessen viel heizt, dürfte damit über dem Durchschnitt liegen. Denn gerade die Preise für Energie verzeichneten den bei Weitem stärksten Preisanstieg zum Vorjahresmonat. Hier gab es ein Plus um satte 10,4 Prozent.

Jeder private Haushalt hat also wenig überraschend andere Gewohnheiten, wenn es darum geht, sein Geld unter die Leute zu bringen. Die durchschnittlichen Ausgabegewohnheiten aller privaten Haushalte zusammengenommen bestimmen, wie viel Gewicht die einzelnen Produkte und Dienstleistungen bei der Messung der Inflation erhalten. Bei der Berechnung des durchschnittlichen Preisanstiegs wird den Preisen von Produkten, für die mehr Geld ausgeben wird, wie zum Beispiel Strom, ein größeres Gewicht beigemessen als den Preisen von Produkten, für die weniger ausgeben wird - etwa Zucker oder Briefmarken.

Dass Menschen aber oft das Gefühl haben, die Inflation sei höher als die tatsächlich gemessenen Werte, hat auch psychologische Ursachen. So werden beispielsweise Preisanstiege eher wahrgenommen als stabile oder sinkende Preise, häufig getätigte Anschaffungen werden so stärker registriert als seltene Einkäufe und Zahlungen per Lastschriftverfahren.

Persönlichen Inflationsrechner nutzen

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Die EZB möchte nun Licht ins Dunkel der individuellen Geldentwertung bringen und bietet auf ihrer Webseite einen persönlichen Inflationsrechner an. Hiermit können Verbraucher eingeben, wie viel sie beispielsweise im Jahr für Miete, Benzin, Haarschnitte oder Lebensmittel ausgeben. Derart lässt sich dann ausrechnen, inwiefern die persönliche Inflationsrate von der amtlichen abweicht. Möglich, dass das Ergebnis den einen oder anderen erschreckt. In diesem Fall gilt es stark zu sein oder wenn möglich seine Ausgaben zu reduzieren. Gerade bei den bereits erwähnten Energiekosten könnte zum Beispiel darüber nachgedacht werden, den teuren Stromanbieter zu wechseln oder aber auch das Auto das eine oder andere Mal stehenzulassen.

Ansonsten gilt es aber eine moderate Inflation von 2,0 Prozent zu begrüßen. Dies ist der Wert für den Euroraum, der von der EZB angestrebt wird. Denn dauerhaft niedrige oder auf breiter Front sinkende Preise bürgen die Gefahr, dass Unternehmen und Verbraucher dazu verleitet sind, Investitionen in Erwartung noch weiter sinkender Preise aufzuschieben. Und dies kann dann die Wirtschaft bremsen - was unter Umständen den eigenen Arbeitsplatz in Gefahr bringt.

Quelle: ntv.de

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