Ratgeber

Warentest prüft Autan & Co. Wo Mücken der Appetit vergeht

Der Abend am See könnte so lauschig sein, wären da nicht die Mücken, die es kaum erwarten können, zuzustechen. Anti-Mückenmittel, sogenannte Repellents, sollen sie vertreiben. Aber schaffen sie das auch?

Surrende Krankheitsüberträger: Um sich bei Tropenreisen zu schützen, ist ein guter Mückenschutz unerlässlich.jpg

Mücken nerven. Und nicht nur das: Gefährliche Exemplare übertragen Gelbfieber oder Malaria und selbst ein Stich der an sich harmlosen Hausmücke kann sich, wenn man kratzt, entzünden und somit zum Gesundheitsrisiko werden. Wer sich die Blutsauger nachts vom Leib halten will, kann es mit einem Moskitonetz versuchen. Ansonsten sind Mückenmittel erste Wahl. Aber helfen die überhaupt? Manche schon, so die Stiftung Warentest. 21 Anti-Mückenprodukte haben die Tester untersucht. Die vier besten wirkten zuverlässig, fünf dagegen überhaupt nicht.

Der Test verlangte den fünf Prüfpersonen einiges ab: Zunächst wurden sie komplett in mückendichte Kleidung gehüllt, nur der Unterarm blieb frei und wurde mit dem jeweiligen Mückenmittel behandelt. In einem warmen Raum mit hoher Luftfeuchtigkeit warteten die Testpersonen dann pro Stunde jeweils zehn Minuten lang, ob die jeweils 50 bis 70 stechfreudigen Mückenweibchen Appetit entwickeln würden. Nach den ersten zwei oder drei Stichen wurden die Tester dann erlöst. Das Ganze wiederholte sich nicht nur für die einzelnen Produkte, sondern auch mit verschiedenen Mückenarten: Neben der bekannten Hausmücke ließen die Tester auch die tagaktive, aggressive Aedis aegypti antreten. Sie ist in Südeuropa heimisch und als Überträgerin von Gelb- und Denguefieber gefürchtet. Tropentaugliche Mittel mussten sich zusätzlich gegen die Malaria-übertragende Anophelesmücke bewähren.

Tränende Augen als Nebenwirkung

Letzteres gelang immerhin sieben Produkten im Test sehr gut. Den längsten Schutz gegen lästige Hausmücken gewährten Anti Brumm Forte sowie das Hautspray von Nobite. Beide setzen auf den Wirkstoff DEET (Diethyltoluamid), der in den 1940er Jahren fürs Militär entwickelt wurde. DEET wirkt zuverlässig gegen Mücken, reizt aber auch die Schleimhäute und kann bei empfindlichen Menschen für tränende Augen sorgen. Im Gesicht sind DEET-haltige Mittel deshalb mit Vorsicht anzuwenden. Immerhin: die Geruchsbelästigung hält sich bei beiden Mitteln in Grenzen, auch das ebenfalls gut getestete Anti Brumm Naturel stinkt nicht.

Wer ein milderes Mittel sucht, mit dem man auch bedenkenlos den Nachwuchs eincremen kann, findet es im Junior Mückenschutz von Autan. Der Insektenschutz-Marktführer setzt auf den Wirkstoff Icaridin, hier allerdings nur in einer Konzentration von zehn Prozent. Das Gel aus der Pumpflasche war das einzige Produkt im Test, das die Gesundheit kaum belastete und in diesem Prüfpunkt mit "gut" bewertet wurde. Mücken hält es allerdings nicht besonders lange fern, schon nach einer Stunde gab es die ersten Stiche.

Besser war die Schutzwirkung bei einem anderen Autan-Produkt: Das Protection Plus Pumpspray enthält doppelt so viel Icaridin wie das Junior-Mittel und zeigte erst nach drei Stunden erste Schwächen. Damit wirkt es zwar nicht ganz so nachhaltig wie die DEET-Mittel, reizt aber auch nicht so sehr die Schleimhäute. Eine brauchbare Kompromisslösung also, die Stiftung Warentest mit den Testsieg belohnte.

Armbänder helfen nichts

Nun ist allen Mückenmitteln gemein, dass man sie erst auftragen muss, was mal mehr, mal weniger umständlich funktioniert. Bei Anti-Mückenarmbändern kann man sich das sparen – allerdings ist die Schutzwirkung dieser mit ätherischen Ölen versehenen Kunststoffarmbänder auch gleich null. Im Test zeigten sich die Blutsauger von den Ölen jedenfalls gänzlich unbeeindruckt und stachen auch direkt neben dem Band zu. Die bis zu 16 Euro für Armbänder mit so klingenden Namen wie BugsLock oder Mosquitno kann man sich also getrost sparen.

Quelle: ntv.de, ino