Ratgeber

Was ändert sich 2015 ... ... bei Recht und Finanzen?

Der Garantiezins in der Lebensversicherung sinkt auf 1,25 Prozent, da wird sich mancher potentielle Sparer fragen, ob sich die Sache überhaupt noch lohnt. Und auch Makler könnten angesichts rechtlicher Neuregelungen ins Zweifeln kommen.

Manche Banken haben zu Unrecht Kreditgebühren verlangt. Verbraucher können diese zurückfordern. Foto: Monique Wüstenhagen

Geld anlegen wird auch im kommenden Jahr nicht einfacher.

(Foto: dpa)

Neues Jahr, neue Regeln: Bausparverträge werden mit etwas Verhandlungsgeschick günstiger, Lebensversicherungen womöglich unrentabler und Vermieten teurer. Hier die Details zu den Neuregelungen:

Garantiezins sinkt

Angesichts der miesen Lage an den Kapitalmärkten war es abzusehen: Die Lebensversicherungen werden künftig weniger Zinsen garantieren. Der Höchstrechnungszins sinkt zum 1. Januar von derzeit 1,75 Prozent auf 1,25 Prozent. Das gilt nicht nur für Kapitallebensversicherungen, sondern auch für private Rentenpolicen, Riester- und Rüruprentenversicherungen und für Direktversicherungen, die als betriebliche Altersvorsorge abgeschlossen werden.

Fondspolicen sind nicht betroffen, denn für sie gibt es ohnehin keinen Garantiezins. Auch gilt die Absenkung nur für Verträge, die ab dem 1. Januar 2015 abgeschlossen werden, wer bereits versichert ist, muss sich also keine Sorgen machen.

Es ist die zweite Absenkung innerhalb von vier Jahren, bis einschließlich 2011 galt ein Garantiezins von 2,25 Prozent. Die garantierte Rendite bezieht sich nur auf den Sparanteil der Versicherungsprämie, also das, was nach Abzug von Abschluss- und Verwaltungskosten sowie Todesfallschutz noch übrig ist. Interessanter als der Garantiezins ist deshalb die Kostenquote der Versicherung. Außerdem markiert der Zins nur die unterste Renditegrenze, schließlich bekommen die Kunden auch noch eine Überschussbeteiligung. Die ist zwar seit Jahren rückläufig, liegt aber bei allen Versicherern deutlich über dem Garantiezins.

Sicherung von Spareinlagen

Durch den gesetzlichen Einlagensicherungsfonds sind bei einer Bankpleite bis zu 100.000 Euro pro Institut und Kunde geschützt. Die privaten Banken haben zusätzlich einen eigenen Sicherungsfonds, der einspringt, wenn die 100.000 Euro überschritten sind. Ab 2015 wird der Schutz aber etwas reduziert. Die jetzige Grenze sinkt von 30 Prozent des haftenden Eigenkapitals des jeweiligen Instituts auf 20 Prozent. Für die meisten Privatanleger dürfte das nicht weiter ins Gewicht fallen, denn Guthaben in Millionenhöhe bleiben weiterhin geschützt.

Die Einlagensicherung umfasst Guthaben auf Giro-, Festgeld- und Tagesgeldkonten sowie Sparbriefe. Aktien, Fonds oder Zertifikate sind nicht abgesichert, das ist auch nicht nötig. Über sie können Kunden auch im Fall einer Bankpleite frei  verfügen. 

Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken und öffentliche Banken haben ihre eigenen Sicherungssysteme, die jenseits der 100.000 Euro-Marke greifen.

Vermieter zahlt Maklerprovision

Der Vermieter beauftragt einen Makler und der Mieter bezahlt ihn. So läuft das bisher, doch damit soll nun bald Schluss sein. Mit dem neu geregelten Gesetz zur Regelung der Wohnungsvermittlung will die Bundesregierung im kommenden Jahr das sogenannte Bestellerprinzip einführen. Sprich: Derjenige, der den Makler engagiert, soll auch die Provision – meist zwei Netto-Kaltmieten – übernehmen.

Derzeit ist das Gesetz noch in der Prüfung, im Frühjahr soll der Bundespräsident unterschreiben, dann kann die Neuregelung in Kraft treten. Das Gesetz soll voraussichtlich im Frühjahr in Kraft treten. Möglicherweise werden dann viele Vermieter ganz auf den Makler verzichten. Die, die es nicht tun, könnten aber auch versuchen, sich ihre Auslagen über Abstandszahlungen oder Schmiergelder zurückzuholen.

Internationales Erben

Die Eltern verbringen ihren Lebensabend in Spanien? Der Bruder ist nach Frankreich ausgewandert? Erbrechtlich könnten solche internationalen Verbindungen künftig etwas komplizierter werden. Denn bei Todesfällen ab dem 17. August gilt nicht mehr automatisch deutsches Erbrecht für deutsche Staatsangehörige. Entscheidend ist vielmehr das Recht des Staates, in dem der Verstorbene zuletzt seinen "gewöhnlichen Aufenthalt" gehabt hat. Im Fall der Eltern in Spanien würde das Erbe also nach spanischem Recht verteilt. Im Testament kann man aber festlegen, dass deutsches Recht gelten soll.

Verhandeln beim Bausparen

Zwischen 1 und 1,6 Prozent Provision werden fällig, wenn man einen Bausparvertrag abschließt – egal ob man dafür ausführlich beraten wird, oder den Abschluss selbst online erledigt. Umgehen ließ sich die unliebsame Abschlussgebühr bislang nur unter der Hand, wenn man sich mit dem Vermittler auf einen Erlass einigen konnte. Offiziell hat das die BaFin aber nicht erlaubt und die Bausparkassen waren gehalten, solche Deals zwischen Vermittlern und Kunden zu unterbinden. Nun hat die BaFin ihre Auffassung in einem Erlass von Anfang Dezember geändert. Bausparer dürfen also jetzt offiziell mit Vermittlern verhandeln. Und gerade wenn man keine Beratung in Anspruch nimmt, sollte man das auch tun, denn es so lassen sich durchaus ein paar hundert Euro herausholen.

Quelle: ntv.de, ino

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