Wie werde ich...

Wie werde ich ...? Verfahrensmechaniker

Verfahrensmechaniker für Kunststofftechnik sollten mit Chemie nicht auf dem Kriegsfuß stehen und Technikverständnis mitbringen. (Bild: GKV/dpa/tmn)

Verfahrensmechaniker für Kunststofftechnik sollten mit Chemie nicht auf dem Kriegsfuß stehen und Technikverständnis mitbringen.

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Kunststoffe werden immer wichtiger. Keine Branche kommt mehr ohne sie aus. Verständlich, dass die Industrie Nachwuchs sucht. Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik nennen sich die Fachkräfte.

Diese Berufsbezeichnung dürfen sie nach drei Jahren Ausbildung und bestandener Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) tragen. "Die Berufsaussichten sind hervorragend", sagt Ralf Olsen. "Diese Industrie wächst, denn zunehmend mehr Produkte werden aus Kunststoff hergestellt. Dafür sind qualifizierte Kräfte notwendig", erläutert der Geschäftsführer des Bereichs Aus- und Weiterbildung im Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV). Für eine Lehrstelle sollten Bewerber einen qualifizierten Hauptschulabschluss, besser noch ein gutes Realschulzeugnis haben. Bei der Einstellung sehen Personalchefs besonders auf die Noten Mathematik und Physik und erwarten technisches Verständnis. Chemiekenntnisse brauchen die Azubis für den Unterricht in Kunststoffkunde.

Keine Muskelkraft sondern Grips gefragt

Das Berufsbild des Verfahrensmechanikers für Kunststoff- und Kautschuktechnik löste 1997 das des Kunststoff-Formgebers ab. Nach Olsens Angaben machen derzeit mehr als 7000 junge Menschen eine Ausbildung. Als erfreulich bezeichnet der Geschäftsführer, dass der Frauenanteil unter den Azubis auf 16 Prozent gestiegen ist. Der Beruf sei gerade für Frauen geeignet, die eine technische Tätigkeit anstreben. "Unsere Verfahrensmechaniker brauchen keine Muskelkraft, sondern Grips."

Die Bedeutung dieses Industriezweigs lässt sich an Zahlen erkennen: Fast 13 Millionen Tonnen Kunststoffe werden jährlich von etwa 295.000 Beschäftigten in mehr als 2800 vorwiegend mittelständischen Betrieben verarbeitet. Ein Drittel wird für Verpackungen benötigt, 25 Prozent braucht die Bauindustrie. Fahrzeugbau, Elektroindustrie, Möbelproduktion, Landwirtschaft und Medizin - überall werden die Materialien eingesetzt.

Studium möglich

Die Ausbildungsvergütung ist von den jeweiligen Tarifbestimmungen abhängig. In Hessen beispielsweise erhalten Azubis etwa 600 Euro im ersten Jahr, etwa 650 Euro im zweiten und etwa 700 Euro im dritten Jahr. Viele Firmen zahlen außerdem Sozial- und Vermögensleistungen.

Einen besonderen Start in die Kunststofftechnik hat in diesem Herbst erstmals die Hochschule Zittau/Görlitz im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien angeboten: Die Absolventen haben nach vier Jahren sowohl ihren Facharbeiterbrief als Verfahrensmechaniker als auch den Bachelor of Engineering in der Tasche. Voraussetzungen sind Abitur oder Fachhochschulreife.

Quelle: n-tv.de, dpa