Wie werde ich...

Wie werde ich ...? Verwaltungsfachangestellter

Ohne sie läuft im öffentlichen Leben fast nichts: Verwaltungsfachangestellte (VFA) stellen Führerscheine aus, bearbeiten Anträge und beraten Bürger in Behörden. Außerdem planen sie kulturelle Events, sorgen für Nachschub bei der Bundeswehr und kassieren Geld für den Staat.

Mehr als Akten wälzen: Verwaltungsfachangestellte, hier in der KfZ-Zulassungsstelle in Düsseldorf, haben auch viel Kontakt zu Bürgern. (Bild: dpa/tmn)

Mehr als Akten wälzen: Verwaltungsfachangestellte, hier in der KfZ-Zulassungsstelle in Düsseldorf, haben auch viel Kontakt zu Bürgern.

(Foto: dpa)

"VFA arbeiten in den Verwaltungsbehörden des Bundes, der Länder, der Kommunen, anderen öffentlich-rechtlichen Körperschaften, seltener auch in Kirchenverwaltungen", erklärt Raimund Pickel, Bundesvorsitzender der Deutschen Verwaltungsgewerkschaft. "Da sie häufig auch hoheitliche Aufgaben im öffentlichen Dienst wahrnehmen, fungieren sie als Amtsträger."

Für die Fachleute gibt es auch die Fachrichtung "Handwerksorganisation und Industrie- und Handelskammern". "Sie existiert zwar noch auf dem Papier, wird aber von uns nicht mehr ausgebildet. Der Beruf wird ersetzt durch Bürokaufleute und Kaufleute für Bürokommunikation", sagt Simon Gruppe vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK).

Hauptschulabschluss reicht meist nicht

Sehr gute Noten beim Hauptschulabschluss können zwar den Weg zur VFA-Ausbildung öffnen, doch die meisten Ausbildungsbehörden stellen nach Angaben von Pickel überwiegend Azubis mit einem mittleren Bildungsabschluss ein - etwa von der Real- oder Fachoberschule. "Darüber hinaus bewerben sich zunehmend auch Abiturienten."

Die Personalreferenten erwarten von den angehenden Verwaltungsfachangestellten gute Zeugnisnoten in Deutsch. In der Berufspraxis müssen Briefe geschrieben sowie Protokolle und Berichte verfasst werden. Auch überdurchschnittliche Mathematikkenntnisse sind gefragt, denn ein VFA wirkt beim Ausarbeiten von Haushalts- und Wirtschaftsplänen mit und muss manchmal komplizierte Kostenabrechnungen übernehmen.

Umgang mit Menschen wichtig

Bewerber müssen sich darauf einstellen, dass sie in dem Beruf viel direkten Kontakt mit Bürgern haben. Das erfordert höfliche Umgangsformen. Ordentliches und sorgfältiges Arbeiten, das Beachten von Vorschriften und logisches Denken sind weitere Eigenschaften, auf die Ausbilder achten.

Nach der Statistik des Bundesinstituts für Berufsbildung in Bonn gibt es fast 15.500 VFA-Azubis, etwa 70 Prozent sind Frauen. Die Mehrheit - etwa zwei Drittel - lernen ihren Job in Kommunen, 20 Prozent in Länderbehörden und nur 10 Prozent in den Ämtern der Bundesverwaltung, wie Tobias Schürmann von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in Berlin erläutert.

Dreijährige Ausbildung

Die Ausbildung im dualen System dauert drei Jahre. Dabei werden Auszubildende in ganz verschiedenen Sachgebieten eingesetzt. Stationen können etwa das Bauamt, die Kfz-Zulassungsstelle oder das Einwohnermeldeamt sein. Daneben gehören Controlling, Beschaffungswesen und Personalmanagement zur Lehre.

Pro Ausbildungsjahr müssen je zwei sechswöchige Berufsschulblöcke absolviert werden. Auf dem Lehrplan stehen dabei etwa Deutsch, Englisch, Sozialkunde, Verwaltungsrecht, Betriebswirtschaftslehre und Rechnungswesen. Dazu kommt ein Lehrgang pro Jahr an einer Verwaltungsschule.

Die Ausbildungsvergütung beträgt 703 Euro im ersten Jahr, steigt im zweiten auf 754 Euro und liegt zuletzt bei 801 Euro, erklärt Schürmann. Nach erfolgreichem Abschluss werden Verwaltungsfachangestellte üblicherweise als Bürosachbearbeiter eingesetzt, vergleichbar etwa mit einem Posten der mittleren Beamtenlaufbahn. Die Bezahlung richtet sich nach dem Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst. Zwischen 1842 und 2094 Euro können als Anfangsgehalt erwartet werden, nach einem Jahr gibt es eine Steigerung um etwa 200 Euro. Schürmann nennt die Berufschancen "theoretisch gut". Es gebe zwar Sparmaßnahmen beim Personal im Öffentlichen Dienst. Dafür gingen in den kommenden Jahren voraussichtlich viele Beschäftigte in den Ruhestand.

Quelle: n-tv.de, dpa