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Gute Absicherung muss nicht teuer sein Die besten Pflegeversicherungen

Die Deutschen werden immer älter. Das ist schön für uns alle. Aber im hohen Alter droht dann vielen die Pflege - und wer sich nicht rechtzeitig privat absichert, für den wird das Alter kein Müßiggang.

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Über 80 Jahre – so hoch ist die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland. Doch wie wird es im Alter um die Lebensqualität bestellt sein? Pflegebedürftigkeit ist für viele Menschen eine Horror-vorstellung. Dabei steht fest: Die gesetzliche Pflegepflichtversicherung gewährleistet allenfalls eine Grundversorgung. Einen Schutz vor den finanziellen Risiken einer guten Betreuung versprechen private Pflegezusatzversicherungen.

Doch bei welchen Policen stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis? Und welche Versicherer können sich mit einem guten Service und einer kompetenten Beratung profilieren? Im Auftrag von n-tv untersuchte das Deutsche Institut für Service-Qualität insgesamt 19 Anbieter von privaten Pflegetagegeldversicherungen.

Gewaltige Preisunterschiede

Die Preisunterschiede waren groß: Bei den Modellfällen sparten Versicherte zwischen dem günstigsten und dem teuersten Tarif über die Hälfte des Beitrags. In der Altersklasse der 30-Jährigen betrug die maximale Ersparnis sogar 63 Prozent.

Doch günstige Policen waren nicht generell mit weniger Leistungen verbunden. Schon in der Pflegestufe I zahlten die Versicherer bei ambulanter Pflege 25 bis 30 Prozent des vollen Leistungssatzes. Bei einer stationären Pflege zahlte fast die Hälfte der Anbieter sogar 100 Prozent.

Unterschiede gab es aber zum Beispiel bei den Vertragsbedingungen. "Mehr als jeder zweite Anbieter räumte eine Beitragsbefreiung erst in der höchsten Pflegestufe ein", erläutert Markus Hamer, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Service-Qualität. "Eine Zahlungsbefreiung bei Arbeitslosigkeit oder Arbeitsunfähigkeit gestattete keine einzige der getesteten Versicherungen."

Service mit Schwächen

Die Servicequalität der Versicherer erreichte insgesamt ein befriedigendes Niveau. Der Service per E-Mail stellte sich dabei als größte Schwäche heraus: Bis zum Erhalt einer Antwort dauerte es im Schnitt über 40 Stunden. Und jede vierte der insgesamt 190 versendeten Anfragen wurde überhaupt nicht beantwortet. Bei der telefonischen Beratung erwies sich schon der Start als schwierig: Im Durchschnitt vergingen 49 Sekunden, bis die Anrufer mit einem Mitarbeiter verbunden waren. Auch unvollständige und wenig individuelle Auskünfte waren keine Seltenheit.

Die besten Anbieter

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Testsieger wurde Signal Iduna. Ausschlaggebend war das beste Abschneiden in der Produktanalyse. Der Versicherer bot einen der besten Tarife mit einem guten Mix aus Preisen und Leistungen. Die Kosten für die Pflegetagegeldversicherung waren vergleichsweise niedrig und die Leistungen wurden gestaffelt nach Pflegestufe ausgezahlt. Bereits bei Pflegestufe II erhielten Versicherte 70 Prozent des vereinbarten Tagegeldes. Die umfangreiche Basisausstattung des Tarifs umfasste unter anderem eine hohe Einmalzahlung bei erstmaliger Leistungspflicht, die unabhängig davon ausgezahlt wurde, ob die Pflegebedürftigkeit durch einen Unfall hervorgerufen wurde oder nicht. Beim Service schnitt der Versicherer befriedigend ab. Das Unternehmen verfügte über einen guten Internetauftritt und punktete am Telefon durch kurze Wartezeiten.

Den zweiten Rang belegte Deutscher Ring. Der Versicherer bot den gleichen Tarif wie Signal Iduna und setzte sich damit bei der Produktanalyse des Pflegetagegeldes ebenfalls an die Spitze. Die vergleichsweise günstigen Beiträge gingen mit umfangreichen Vertragsleistungen einher. Der Versicherer verfügte über eine der besten Basisausstattungen und stellte alle abgefragten Zusatzleistungen bereit, wie zum Beispiel eine Pflegeschulung für Angehörige. Die Servicequalität des Anbieters fiel befriedigend aus. Die Stärke lag in der relativ schnellen und guten E-Mail-Bearbeitung. Die Antworten waren freundlich und vergleichsweise individuell formuliert. Am Telefon berieten die Mitarbeiter strukturiert und nach kurzer Wartezeit. Der wenig informative Internetauftritt stellte hingegen ein Defizit dar.

Auf dem dritten Rang positionierte sich HUK-Coburg. In der Serviceanalyse belegte der Anbieter mit einem guten Resultat den vierten Rang. Das Unternehmen verfügte über einen informativen Internetauftritt mit vielen nützlichen Hinweisen zur Pflegeversicherung. Beispielsweise gab es Hilfestellungen zur Beantragung von Pflegeleistungen. Am Telefon zählten die Mitarbeiter zu den kompetentesten. In 80 Prozent der Fälle gaben sie vollständige und strukturierte Informationen zu den Tarifen und gingen dabei mit am individuellsten auf die Anrufer ein. Die vergleichsweise schnelle E-Mail-Bearbeitung rundete den Service ab. Bei der Produktanalyse schnitt der Anbieter als Fünfter ab. Für eine stationäre Pflege erhielten Versicherte bei jeder Pflegestufe den vollen Leistungsumfang. Die Basisausstattung war überdurchschnittlich, Zusatzleistungen gab es jedoch keine.

Quelle: ntv.de

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