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Baden-Württemberg Apotheker wollen Hilfe nach Insolvenz eines Abrechenzentrums

Das Apothekenzeichen ist an einer Apotheke zu sehen. Foto: Ole Spata/picture alliance/dpa/Archivbild/

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Stuttgart (dpa/lsw) - Nach der Insolvenzanmeldung des Apotheken-Abrechners AvP hoffen Apothekerkammer- und verband auf finanzielle Hilfe durch das Land. "Bei einem Zahlungsausfall ist das Geld für die Apotheken verloren", betonten die Präsidenten der Landesapothekerverbands (LAV), Fritz Becker, und Günther Hanke von der Landesapothekerkammer (LAK). Dies sei eine Situation, die für viele Apotheken das Aus bedeuten würde, hieß es in einem Brief an Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Die Organisationen baten Kretschmann um Prüfung, inwieweit es möglich sei, "die unverschuldet in Not geratenen Apotheken aus Mitteln des Landes zu unterstützen".

Von der Insolvenz des Apothekenabrechnungsdienstleisters sind bundesweit rund 3200 Apotheken, Krankenhausambulanzen, sonstige Leistungserbringer und Ärzte betroffen. Wie viele Apotheken in Baden-Württemberg darunter sind, ist nach Mitteilung des Sozialministeriums vom Freitag in Stuttgart nicht bekannt. "Konkrete Hinweise auf akute Zahlungsschwierigkeiten einzelner Apotheken liegen dem Ministerium für Soziales und Integration nicht vor", sagte eine Ministeriumssprecherin. AvP werde keine Rezepte mehr entgegennehmen. Noch ausstehende Rezeptabrechnungen sollten aber erstellt und versendet werden.

Wegen der AvP-Insolvenz ermittelt die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft gegen zwei Beschuldigte wegen Bankrotts. In Rechenzentren wickelte AvP das Zahlungsgeschäft der Apotheken mit den Krankenkassen ab.

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