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Baden-Württemberg Bauer legt Ministeramt Ende September nieder

Theresia Bauer (Bündnis 90/Die Grünen), Baden-Württembergs Wissenschaftsministerin, spricht.

(Foto: Uwe Anspach/dpa/Archivbild)

Es wird voraussichtlich der erste Abgang aus Kretschmanns Kabinettsriege sein. Theresia Bauer geht bei der OB-Wahl in Heidelberg aufs Ganze und gibt ihren Posten als Forschungsministerin vorher ab.

Heidelberg/Stuttgart (dpa/lsw) - Wissenschaftsministerin Theresia Bauer will wegen ihrer Kandidatur als Oberbürgermeisterin von Heidelberg zum 25. September ihr Ministeramt niederlegen. Das bestätigte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Stuttgart. Bauer selbst sagte der "Rhein-Neckar-Zeitung" in Heidelberg: "Es gibt keinen Rückfahrtschein." Ihr Landtagsmandat will die 56 Jahre alte Grünen-Politikerin im Fall einer Niederlage bei der OB-Wahl im November aber bis zum Ende der Legislaturperiode behalten.

Kretschmann sagte: "Ich denke, das ist eine richtige Entscheidung, die sie da für sich getroffen hat." Für ihn sei es aber auch schwierig. "Ich verliere damit eine meiner besten und profiliertesten Ministerinnen." Bauer, die aus Heidelberg kommt, werde ihr Amt bis zum letzten Tag ausfüllen. Sie sei eine entscheidungs- und umsetzungsstarke Ministerin, daran werde sich bis dahin auch nichts ändern. An Spekulationen über eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger wollte er sich nicht beteiligen. Auf die Frage, ob Staatssekretärin Petra Olschowski auf den Ministerposten rücken könnte, sagte er, das sei weder naheliegend noch fernliegend.

Bauer hatte am Montagabend mitgeteilt, sich als OB-Kandidatin zur Verfügung stellen zu wollen - "aus Liebe zu unserer Stadt". Sie wird den parteilosen Amtsinhaber Eckart Würzner (60) herausfordern. Am Sonntagabend hatte sich die grüne Findungskommission in Heidelberg einstimmig für Bauer als OB-Kandidatin ausgesprochen. Dem Votum der Mitglieder bei der Nominierungsveranstaltung der Heidelberger Grünen will Bauer sich an diesem Mittwoch stellen.

Bauer ist seit dem Amtsantritt von Kretschmann als Regierungschef im Jahr 2011 an seiner Seite. Würzner ist seit 2006 Oberbürgermeister in Heidelberg. Der parteilose Politiker wird im Wahlkampf unter anderem von CDU und FDP unterstützt. Die altehrwürdige Universitätsstadt am Neckar hat etwa 160.000 Einwohner. Zuletzt haben die Grünen wichtige Hochburgen im Südwesten eingebüßt. Sie verloren das Rathaus in Freiburg an den Parteilosen Martin Horn, der von der SPD unterstützt wurde, und den OB-Posten in Stuttgart an den CDU-Politiker Frank Nopper.

Bauer galt lange als politisches Schwergewicht im Kabinett. Bis 2016 war sie dreimal Wissenschaftsministerin des Jahres in Deutschland. Doch dann hatte sie vermehrt mit Problemen zu kämpfen. Die Zulagenaffäre um die Verwaltungshochschule Ludwigsburg hing ihr wie ein Mühlstein um den Hals, auch wenn sie vom Verwaltungsgerichtshof am Ende eine weiße Weste bekam.

Bauer holte bei der Landtagswahl vor einem Jahr in Heidelberg mit 41,7 Prozent das landesweit drittbeste Ergebnis. Sie wurde erneut Forschungsministerin, während andere alte Weggefährten Kretschmanns wie Finanzministerin Edith Sitzmann und Franz Untersteller (Umwelt) Abschied aus der Politik nahmen. Bauer ist verheiratet und hat zwei Söhne. Sie zog 2001 erstmals in den Landtag ein.

Quelle: dpa

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