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Baden-Württemberg Einsame nutzen Telefonseelsorge: Drei Lebensphasen riskant

Ein Mitarbeiter einer Telefonseelsorge telefoniert. Foto: Angelika Warmuth/Archivbild

(Foto: Angelika Warmuth/dpa)

Nicht jeder, der alleine ist, ist einsam. Einsamkeit entsteht beim Gefühl, von anderen nicht richtig gewollt oder verstanden zu werden - Betroffene leiden. Viele suchen Hilfe bei Telefonberatungen.

Stuttgart (dpa/lsw) - Einsamkeit ist eines der bestimmenden Themen bei Telefonseelsorge-Stellen. Jeder fünfte von rund 37 000 Männern und Frauen gab 2018 an: "Ich bin einsam", wie aus den Jahresberichten der evangelischen Telefonseelsorge Stuttgart und der katholischen Stelle Ruf und Rat hervorgeht. Die Berichte sollen heute vorgestellt werden.

Unter Einsamkeit leiden nach Angaben der Psychologin Sonia Lippke, die an der Jacobs University Bremen zu dem Thema forscht, eine Vielzahl von Menschen. "Schätzungen gehen zwischen einer von zehn bis einer von sechs aus." Betroffen seien besonders Ältere mit gesundheitlichen Einschränkungen. Es gebe aber noch zwei andere Lebensphasen, in denen die Wahrscheinlichkeit zunehme: "Wenn man zu Hause auszieht, also in den Zwanzigern, und nach neuen sozialen Gefügen sucht", sagte Lippke. Ebenso eine Phase zwischen Mitte 40 bis Mitte 50, "wo typischerweise diejenigen, die Kinder haben, dann erleben, dass die sich abnabeln und zu Hause ausziehen".

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