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Baden-Württemberg GEW kritisiert befristete Verträge an Elite-Unis

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Während die Universitäten ihre Auswahl als "Elite-Unis" feiern, schüttelt die Gewerkschaft frustriert den Kopf. Die Arbeitsbedingungen für wissenschaftliche Mitarbeiter an den Standorten seien miserabel, kritisiert sie. Das gelte auch für die neuen Elite-Unis.

Bonn (dpa/lsw) - Trotz der Erfolge bei der Exzellenzstrategie beklagt die Bildungsgewerkschaft GEW die nach ihrer Einschätzung miserablen Arbeitsbedingungen an den baden-württembergischen Elite-Unis. In drei der vier ausgezeichneten Standorte liege der Anteil der befristet beschäftigten wissenschaftlichen Mitarbeiter bei weit über 80 Prozent, kritisierte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Sie forderte eine "Entfristungsoffensive". "Wenn die Politik exzellente Forschung will, dann muss die Politik auch für exzellente Arbeitsbedingungen sorgen", sagte die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz.

Sie schlägt ein Bund-Länder-Programm vor. Dieses müsse gezielt Anreize für eine nachhaltige Personalstruktur, für verlässliche Karrierewege und stabile Beschäftigungsbedingungen schaffen. "Damit müssen zusätzliche Juniorprofessuren oder andere Postdoc-Stellen gefördert und auf Dauer weiter finanziert werden."

Am Freitag hatten sich vier Hochschulen aus Baden-Württemberg im bundesweiten Rennen um die begehrten "Exzellenzuniversitäten" durchgesetzt. Tübingen, Konstanz und Heidelberg können den Titel weiterhin tragen. Karlsruhe rückt nach dem Ausscheiden in einer früheren Runde wieder in die Spitzengruppe auf.

Die für Hochschulen zuständige Landesministerin Theresia Bauer (Grüne) nannte den Wissenschaftsstandort Baden-Württemberg daraufhin "bestens aufgestellt". Sie will am Montag (11.00 Uhr) Details zum Ergebnis der "Exzellenzstrategie" benennen.

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