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Baden-Württemberg Gesundheitsminister: Impfpflicht darf kein Tabu sein

Ein Impfbuch mit markierten Feldern für Masern und Polio. Foto: Daniel Karmann/Archivbild

(Foto: Daniel Karmann/dpa)

Eine Impfpflicht gegen Masern wird derzeit heiß diskutiert. Für den Südwesten will Gesundheitsminister Lucha diese nun prüfen lassen. Denn die Viren sind hochansteckend.

Stuttgart (dpa/lsw) - Soll für Kindergarten- und Schulkinder im Südwesten eine Masern-Impfpflicht eingeführt werden? Die Landesregierung prüft das derzeit. "Eine Impfpflicht darf kein Tabu sein", sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Montag in Stuttgart. Die Impfquote bei Masern sei in Baden-Württemberg unbefriedigend. Sie liege bei der zweiten Masernimpfung unter der empfohlenen Quote von 95 Prozent. Masernerkrankungen nähmen zu. Dies zeige, dass Impf-Appelle und Aufklärung alleine offenbar nicht genügten.

Nach Angaben des Ministeriums wurden 2016/2017 Kinder untersucht, die eingeschult wurden. Damals waren 95 Prozent von ihnen mindestens einmal gegen Masern geimpft. 89 Prozent hatten mindestens zwei Impfungen.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Christine Neumann-Martin, sprach sich für eine Impfpflicht aus: "Weiter auf Aufklärung und eine freiwillige Impfbereitschaft zu hoffen führt nicht zum Erfolg." Baden-Württemberg gehöre zu den Ländern mit der niedrigsten Impfquote gegen Masern - schlechter stelle sich die Situation nur noch in Sachsen dar. "Daher ist Handeln angesagt." SPD-Gesundheitsexperte Rainer Hinderer mahnte Taten an: "Ich erwarte von Sozialminister Manfred Lucha beim Thema Impfen endlich konkretes Handeln statt weiterer Ankündigungen."

Masern sind hochansteckend und können in seltenen Fällen auch tödlich verlaufen. Im Mai wird ein Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für eine Impfpflicht erwartet. Bei den Bundesländern gibt es derzeit keine einheitliche Position.

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