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Baden-Württemberg Land will mehr Sonderpädagogen ausbilden

Eine Lehrerin schreibt in einer Schule an die Tafel.

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild)

Stuttgart (dpa/lsw) - Im Kampf gegen den massiven Lehrermangel will das Land mehr Sonderpädagogen ausbilden. An der Pädagogischen Hochschule Freiburg soll der Studiengang Sonderpädagogik neu geschaffen werden, um dort ab dem übernächsten Wintersemester jährlich 175 Lehramtsstudenten auszubilden. Das beschloss die Landesregierung aus Grünen und CDU am Dienstag in Stuttgart auf Vorschlag von Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne). Damit würden die bisherigen Kapazitäten um ein Drittel erhöht.

Hintergrund für den hohen Bedarf an Sonderpädagogen ist unter anderem, dass immer mehr Schüler mit und ohne Behinderung gemeinsam unterrichtet werden. Aber auch an Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) fehlten Lehrkräfte.

Die Entscheidung für Freiburg liege auch darin begründet, dass es in Südbaden besonderen Mangel an Lehrkräften gebe, sagte Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne). Bisher werden die Sonderpädagogen in Ludwigsburg oder Heidelberg ausgebildet. Künftig stehen insgesamt 695 Studienanfängerplätze zur Verfügung. Bauer räumte ein, dass es schwierig werde, bis zum Wintersemester 2023/2024 genügend Dozenten für den neuen Studiengang zu finden. Dies sei ein "heikler Punkt", deswegen sei sie froh, dass die Entscheidung nun mit Vorlauf getroffen worden sei.

Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) freute sich über den Ausbau, will aber auch kurzfristig mehr Sonderpädagogen gewinnen. Dazu gehöre die Entfristung der Verträge von Vertretungslehrkräften, die sich bewährt haben. Die Gewerkschaft GEW hält die neuen Studienplätze ebenfalls für einen wichtigen Schritt, der allerdings erst ab 2030 wirke. Zu Beginn des Schuljahrs seien zwölf Prozent der Stellen an SBBZ nicht besetzt gewesen, sagte GEW-Landeschefin Monika Stein. Weitere zehn Prozent seien mit Personen ohne ausreichende Qualifizierung besetzt worden. Hier müsse dringend gegengesteuert werden.

Quelle: dpa

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