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Baden-Württemberg Neuer Kunsthallen-Chef setzt inhaltliche Akzente

Johan Holten, Direktor der Kunsthalle Mannheim, steht vor Werken der Künstlerin Anita Rée. Foto: Uwe Anspach/dpa

(Foto: Uwe Anspach/dpa)

Mannheim (dpa/lsw) - Ein Wald hängender Kunststoff-Beine, ein Raum erfüllt von Klängen überdimensionaler Instrumente und mit Seide bespannte Holzobjekte: Die Kunsthalle Mannheim erweitert ihre Skulpturensammlung um drei Installationen von zeitgenössischen Künstlerinnen, die in der ersten vom neuen Chef Johan Holten kuratierten Ausstellung "Umbruch" einen Schwerpunkt bilden. "Jahren der Beschäftigung mit dem Museumsneubau folgt jetzt ein inhaltlicher Umbau", sagte Holten am Mittwoch in Mannheim.

Dazu gehört auch ein Blick zurück auf vergessene Künstlerinnen der neuen Sachlichkeit: Die Berlinerin Jeanne Mammen (1890-1976) verarbeitet Motive aus der städtischen Subkultur. Die Heidelbergerin Hanna Nagel (1907-1975) ist mit einem kraftvollen Selbstbildnis vertreten, die aus Hamburg stammende Künstlerin Anita Rée (1885-1933) mit Frauen-Porträts. Die Gemälde, Grafiken und Gouachen der Frauen aus den 20er Jahren sind in Kuben gehängt, zwischen denen sich junge Menschen in immer neuer Konstellation bewegen oder in flüchtigen Standbildern verharren. Die Choreographie stammt von Alexandra Pirici und ist bis kommenden Sonntag zu sehen.

Sehr persönliche Erinnerungen verbindet die Kalifornierin Kaar Upson mit ihrer Installation monumentaler Beine mit Abdrücken von Knien unter anderem ihrer Mutter. Mit "Mother's Legs" verarbeitet sie Erinnerungen aus der Kindheit, in der das Verstecken hinter Mutters Beinen nicht zwingend positive Gefühle auslöste.

Die Schau (17.7. bis 18.10) verschiedenster Formate und die internationale Herkunft der Künstler entsprechen Holtens Ziel, die gesellschaftliche Vielfalt im Museum abzubilden und es als Bühne für diejenigen zu nutzen, die einem größeren Publikum Kunst schmackhaft machen können.

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