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Baden-Württemberg Prostituierte demonstrieren: Corona-Maßnahmen ungerecht

Eine Prostituierte wartet auf ihrem Zimmer in einem Bordell auf Kundschaft. Foto: Andreas Arnold/dpa/Illustration

(Foto: Andreas Arnold/dpa/Illustration)

Pressekonferenz, Führung durch Laufhäuser, Kundgebung: Die Prostituierten in Stuttgart wehren sich gegen die bundesweit unterschiedlichen Corona-Maßnahmen und speziell gegen die strikte Handhabe der Stadt Stuttgart in Sachen Rotlicht.

Stuttgart (dpa/lsw) - Das derzeit Corona-verwaiste Leonhardsviertel in Stuttgart soll am Donnerstag zu neuem Leben erwachen. In dem Rotlichtviertel demonstrieren Prostituierte gegen die uneinheitlichen Corona-Maßnahmen in Deutschland und gegen die besonders strikte Handhabung der Prostitution in Stuttgart. Geplant ist neben einer Pressekonferenz und Laufhaus-Touren auch eine Kundgebung auf dem Stuttgarter Wilhelmsplatz.

In Bayern seien einzelne Bordelle schon wieder geöffnet, in Berlin dürften einschlägige Studios ihre Kunden wieder empfangen. In Stuttgart hingegen sei die Situation noch einmal verschärft worden - mit einem Komplett-Verbot der Prostitution seit dem 19. Juli, kritisiert der Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen (BSD). Während sich die Verordnung des Landes auf die Prostitution in Gewerberäumen beziehe, gelte das neue Verbot in Stuttgart auch für Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen, die selbstständig tätig seien.

Im Gegensatz zu Massage- und Tattoo-Studios werde ihnen die Einhaltung von Hygienekonzepten offenbar nicht zugetraut, lautet die Kritik. "Das Gros der Sexarbeitenden ist selbstständig tätig und hat keine finanziellen Rücklagen für einen derart langen Total-Verdienstausfall", sagen die Betroffenen. Bereits seit vier Monaten dürften sie nicht arbeiten - wirksame finanzielle Hilfen gebe es jedoch auch nicht.

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