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Baden-Württemberg Zuschauer empfangen Wallfahrer bei Mooser Wasserprozession

Mit Blumenkränzen geschmückte Boote während der Mooser Wasserprozession. Foto: Patrick Seeger/Archivbild

(Foto: Patrick Seeger/dpa)

Es ist ein jahrhundertealter Brauch: Bei der traditionellen Mooser Wasserprozession fahren mit Blumen geschmückte Boote von der kleinen Gemeinde aus über den Bodensee nach Radolfzell. Was steckt dahinter?

Radolfzell (dpa/lsw) - Hunderte Zuschauer haben die Wallfahrer der traditionellen Mooser Wasserprozession in Radolfzell empfangen. Am frühen Montagmorgen und bei strahlendem Sonnenschein fuhren die mit bunten Blumenkränzen und Girlanden geschmückten Ruderboote aus der Nachbargemeinde Moos über den Bodensee. Am Radolfzeller Ufer wurden sie zunächst mit drei lauten Böllerschüssen willkommen geheißen - anschließend zogen die teils in Tracht gekleideten Pilger mit den Vertretern der Stadt und der Kirchen zum Radolfzeller Münster, um dort gemeinsam einen Gottesdienst zu feiern.

Die Mooser Wasserprozession hat ihren Ursprung im ausgehenden 18. Jahrhundert. Damals grassierte in Süddeutschland eine Viehseuche. "In ihrer großen Not nahm die bäuerliche Bevölkerung Zuflucht zu Gebet und Opfer", heißt es bei der Stadt Radolfzell. 1797 legten die Bewohner von Moos das Gelübde ab, jedes Jahr am Montag nach dem dritten Sonntag im Juli dafür zum Dankgottesdienst ins Münster zu ziehen. Seither findet die Wallfahrt von Moos in die Stadt Radolfzell statt - seit 1926 auf dem Wasser. Der Dank der Pilger gilt dabei den drei Heiligen Theopont, Senesius und Zeno, die die Bitten der Mooser erhört haben sollen.

Die Prozession ist zugleich der Höhepunkt des Radolfzeller Hausherrenfests, das seit dem Wochenende in der Stadt gefeiert wird.

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