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Bayern Bayern stemmt sich gegen das Sturmtief "Sabine"

Eine heftige Sturmböe erfasst die Schirme von zwei Passantinnen. Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild

(Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild)

Bayern wappnet sich für den schweren Sturm. Hunderte Flüge fallen aus, der Fernverkehr der Bahn kommt zum Erliegen, der Schulunterricht wird flächendeckend abgesagt.

München (dpa/lby) - Bayern sieht mit dem Tief "Sabine" dem bislang heftigsten Sturm des Winters entgegen. Bereits am Sonntag kam es zu erheblichen Ausfällen an den Flughäfen und auf den Bahnstrecken. Die Deutsche Bahn stellte ihren kompletten Fernverkehr ein. Auch die Länderbahn im Grenzgebiet Bayern und Sachsen ließ die Züge nur noch bis zu den Endbahnhöfen fahren und stellte dann den Betrieb ein.

In der Nacht wurden aus Unterfranken, Mittelfranken und dem nördlichen Teil Schwabens erste Einsätze gemeldet. Wegen umgestürzter Bäume waren Straßen unpassierbar. Bei Aschaffenburg musste die Bundesstraße 469 immer wieder kurzzeitig gesperrt werden, weil der Wind Planen von Gemüsefeldern auf die Straße wehte. In den anderen Regionen war es gegen 3 Uhr noch ruhig, allerdings bereiteten sich die Rettungskräfte auf "Sabine" vor.

In den allermeisten Schulen Bayerns findet am Montag kein regulärer Unterricht statt. Aus allen sieben Regierungsbezirken wurde flächendeckend gemeldet, der Unterricht sei abgesagt. An den meisten Schulen soll eine Notbetreuung eingerichtet werden für Schüler, die von ihren Eltern nicht anderweitig versorgt werden können, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums.

Am Flughafen München fielen bereits am Sonntag 131 Flüge dem herannahenden Sturm zum Opfer - vor allem Verbindungen gen Norden, wo "Sabine" bereits früher wütete als in Bayern. Für Montag waren am Sonntag 424 der geplanten 1000 Starts und Landungen abgesagt.

Der Sturm könnte noch schwere Beeinträchtigungen bringen. Da ab einer bestimmten Windgeschwindigkeit Arbeiten auf dem Flugfeld eingestellt werden müssen, könnte der Betrieb dort durch den Sturm zeitweise zum Erliegen kommen. Auch in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens schickte der Sturm schon am Sonntag Vorboten. So wird der Tierpark Hellabrunn am Montag keine Besucher empfangen.

Der Deutsche Wetterdienst warnte für die Höhen des Bayerischen Waldes oberhalb von 1000 Metern ab 22.00 Uhr sowie für die Alpen in Lagen über 2000 Metern ab 18.00 Uhr vor extremen Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde.

Die Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn wurden im Laufe des Sonntags eingestellt, auch im Nahverkehr kam es zu Beeinträchtigungen. Neben einem Sturmblog richtete die Bahn auch eine kostenlose Hotline für Fahrgäste ein. An neuralgischen Punkten wurden Einsatztrupps zusammengezogen, die mit Kettensägen ausgerüstet sind und möglichst rasch umgestürzte Bäume von den Gleisen räumen können. Reisende können Tickets für den Fernverkehr, die sie an den Sturmtagen nicht nutzen, noch bis 18. Februar weiter nutzen. Fahrgäste wurden gebeten, sich vor Fahrtantritt über die Lage zu informieren. "Wir beobachten die Wetterlage ganz genau", sagte ein Sprecher.

Der Wetterdienst warnt vor schweren Schäden an Gebäuden, weil Bäume entwurzelt werden könnten. Die Menschen sind aufgerufen, sich von Hochspannungsleitungen, Bäumen und Gerüsten fernzuhalten. Ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Hochfranken sagte, es werde zwar kein Jahrhundertsturm erwartet. "Aber wir bereiten uns auf ein ernstes Sturmereignis vor." Problematisch könne werden, dass es der erste Sturm des Winters sei und morsche Bäume besonders schnell umknicken könnten. Der Höhepunkt werde zum einsetzenden Berufsverkehr am Montagmorgen erwartet. "Wir hoffen, dass der eine oder andere auf das Auto- oder Bahnfahren verzichten kann."

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