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Bayern Coburgs OB kritisiert Krisenmanagement in München

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Coburg (dpa/lby) - Der Oberbürgermeister des nordbayerischen Corona-Hotspots Coburg, Dominik Sauerteig (SPD), hat Kritik am Krisenmanagement von Bund und Ländern geübt. Die Vorgaben der bayerischen Staatsregierung aus München kämen oft sehr kurzfristig, die Abstimmung zwischen Bund und Ländern sowie den benachbarten Bundesländern untereinander sei mangelhaft, sagte er dem "Coburger Tageblatt" (Samstag). Zudem müssten alle Maßnahmen der Stadt auch noch mit dem umliegenden Landkreis Coburg abgestimmt werden.

"Das klappt leider nicht immer", sagte Sauerteig. Nachdem eine Verständigung mit Informationen aus Kliniken, Pflegeheimen, von Polizei, Katastrophenschutz und anderen erfolgt ist, gebe die Kommune etwa den Entwurf einer Allgemeinverfügung nach München. "Und dann beginnt das Warten", sagte Sauerteig.

Die Pandemiebekämpfung werde nicht gelingen, wenn "ein Flickenteppich an unterschiedlichen Regelungen existiert", sagte Sauerteig. Der Freistaat solle verbindlichere Maßnahmen erlassen, auch gemeinsam mit angrenzenden Bundesländern. "Und insbesondere auch für die Arbeitswelt und nicht nur für das Privatleben", betonte Sauerteig in dem Interview der Zeitung.

Coburg, Bayerns kleinste kreisfreie Stadt, an der Grenze zu Thüringen gelegen, weist seit Wochen teils extrem hohe Corona-Infektionswerte auf. Zeitweise lag die 7-Tage-Inzidenz jenseits der 500er-Marke. Inzwischen hat sich die Lage etwas beruhigt, die Stadt zählt aber noch immer zu den zehn am stärksten betroffenen Regionen.

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