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Bayern Corona-Krisenmanagement: Mehr als 2700 Beschwerden in Tirol

Ein Ortsschild mit durchgezogener roter Linie steht am Ende der Ortschaft Ischgl. Foto: Jakob Gruber/APA/dpa/Archivbild

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Ischgl (dpa/lby) - Immer mehr Menschen melden sich mit Zuschriften bei einem österreichischen Verbraucherschützer, der das Land Tirol wegen des Managements der Corona-Krise angezeigt hatte. Wie Peter Kolba am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, liegen ihm inzwischen mehr als 2700 ausgefüllte Fragebögen vor. Rund 84 Prozent davon seien ihm aus Deutschland zugeschickt worden. Bei der großen Mehrzahl der Umfrageteilnehmer handele es sich um Menschen, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Seit Freitag ist die Zahl der Zuschriften damit um 2300 gestiegen.

Kolba hatte vergangene Woche Tirols Landeschef Günther Platter, Landesräte, Bürgermeister und Seilbahngesellschaften angezeigt. Die Staatsanwaltschaft teilte aber mit, dass sie auf der Grundlage von Medienberichten keine Ermittlungen einleiten werde. Daher sammelt Kolba nun Zeugen und die Schilderungen von Betroffenen, "die den Verdacht, dass aus kommerziellen Gründen die Schließung der Ski-Gebiete verzögert wurde, verstärken". Zudem werde geprüft, ob und wie die Betroffenen dem Verfahren als Privatbeteiligte angeschlossen werden können.

Das Land Tirol wird seit Tagen dafür kritisiert, im Kampf gegen das Coronavirus den Skibetrieb nicht schnell genug eingestellt zu haben. Als potenzielle Keimzelle des Virus in den Fokus geraten war zuletzt vor allem Ischgl. Auch die meisten der 2700 Zuschriften beziehen sich auf den beliebten Wintersportort. Die Staatsanwaltschaft ermittelt zum Verdacht, dass der positive Coronavirus-Test einer Mitarbeiterin eines Ischgler Gastronomiebetriebes Ende Februar nicht den Behörden gemeldet wurde.

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