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Bayern Debatte über Maskenpflicht für Grundschüler

Aufnahme einer Atemschutzmaske vom Typ FFP3. Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild

(Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild)

Die Schülerinnen und Schüler tragen sie diszipliniert, doch ihre Eltern berichten, wie belastend die Maskenpflicht für Grundschüler in Corona-Risikogebieten ist. München und andere Orte erteilen nun Ausnahmen. Doch darüber ist nicht jeder glücklich.

München (dpa/lby) - In der Corona-Krise gerät die Maskenpflicht für Grundschüler während des Unterrichts in den Fokus. Nachdem die Erst- bis Viertklässler in München, im Landkreis Ebersberg und im Landkreis Cham ihren Mund-Nasen-Schutz dank Ausnahmegenehmigungen nun zunächst wieder ablegen dürfen, betonte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch die Schutzwirkung der Maßnahme. Ohne direkt auf die Verantwortlichen einzugehen, sagte er in seiner Regierungserklärung: "Mehr Maske erlaubt mehr und längeren Präsenzunterricht."

Oberstes Ziel müsse es sein, Schulschließungen zu vermeiden, betonte Söder. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sicherte daraufhin auf Anfrage zu: "Solange die Infektionszahlen an den Münchner Grundschulen so gering bleiben, werden wir von den Grundschülerinnen und -schülern nicht verlangen, im Unterricht am Platz einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Wir werden aber die Situation auch hier genau im Blick behalten und gegebenenfalls nachsteuern."

Reiter verwies ebenso wie der Chamer Landrat Franz Löffler auf die niedrigen Infektionszahlen in den Grundschulen. "An allen Grundschulen ist bislang erst ein einziger positiver Fall in einer einzigen Klasse aufgetreten", betonte Löffler. Daher werde die Maskenpflicht für Grundschüler am Sitzplatz im Einvernehmen mit dem Gesundheitsamt und dem Schulamt vorerst ausgesetzt.

In Stadt und Landkreis Rosenheim, wo zahlreiche Eltern nach der Entscheidung in München ebenfalls um eine Ausnahmeregelung gebeten hatten, bleibt es hingegen bei der Maskenpflicht. Von den 20 im Oktober von Corona-Infektionen betroffenen Schulen seien 7 Grundschulen gewesen, teilte das Landratsamt am Mittwoch mit. "Das in der 7. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung für eine Ausnahme geforderte klar eingrenzbare Ausbruchsgeschehen gibt es in Stadt und Landkreis Rosenheim nicht."

Generell gilt seit Einführung der Corona-Ampel, dass die Maskenpflicht für Grundschüler automatisch greift, wenn in einer Stadt oder einem Landkreis mehr als 50 Neuinfizierte je 100 000 Einwohner binnen einer Woche registriert werden. Die Gesundheitsämter können aber unter bestimmten Voraussetzungen diese Regelung auch wieder außer Kraft setzen. Zuvor war die Maskenpflicht beim Erreichen des Warnwertes vom Kultusministerium zwar auch schon empfohlen worden, musste aber von den Gesundheitsämtern explizit angeordnet werden.

Nach dem Rahmen-Hygieneplan des Ministeriums soll ab einer Inzidenz von 50 eigentlich auch der Mindestabstand von 1,50 Metern in den Schulen obligatorisch sein; die finale Entscheidung darüber treffen aber weiterhin die Gesundheitsämter. Johannes Schiller von der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft kritisierte am Mittwoch vehement, dass an den meisten Schulen trotz der hohen Zahlen der sogenannte Normalbetrieb laufe. "Die Infektionszahlen steigen unaufhörlich, und hier finden Tag für Tag diese Massenveranstaltungen statt." Die Mindestabstand werde aktuell "höchstens punktuell umgesetzt, aber in der Breite mit Sicherheit nicht". Die Klassen müssten umgehend wieder geteilt und es müsse abwechselnd in der Schule und zu Hause unterrichtet werden.

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