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Bayern Demenzkranker soll in Heim Frauen missbraucht haben

Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen am Eingang zum Landgericht angebracht. Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild

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München (dpa/lby) - Ein demenzkranker Mann steht von heute (9.15 Uhr) an vor Gericht, weil er in einem Spezialpflegeheim bei München mehrere Frauen missbraucht haben soll. Seine mutmaßlichen Opfer waren ebenfalls erkrankt und Bewohnerinnen des auf Demenzerkrankungen spezialisierten Pflegeheims. Über Monate soll er sich immer wieder an ihnen vergangen haben, eine der Frauen soll der Mann viermal vergewaltigt haben.

Der Mann ist nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nicht schuldfähig und derzeit in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Für Patientenschützer ist aber die entscheidende Frage, wie es dazu kommen konnte, dass der heute 78-Jährige sich über den Zeitraum von rund einem halben Jahr immer wieder an seinen wehrlosen Mitbewohnerinnen vergangen haben soll.

"Damit ein Demenzerkrankter sich monatelang an Mitbewohnerinnen vergehen kann, müssen viele Beteiligte lange tatenlos zugesehen haben. Das ist nicht hinnehmbar", sagte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz.

Er führt das auch auf die Tabuisierung von Sexualität in Pflegeheimen zurück. "Sexualität in Pflegeeinrichtungen ist noch immer ein Tabu-Thema. Übergriffe unter Pflegeheimbewohnern kommen häufiger vor als gedacht und geschehen selten unbemerkt", sagte er und forderte "eine Kultur des Hinschauens".

© dpa-infocom, dpa:210418-99-254304/2

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