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Bayern Ermittler in Prozess: Keine Hinweise auf Stichverletzung

Ein Strafgesetzbuch und die Strafprozessordnung liegen vor Beginn eines Verfahrens auf dem Tisch des Oberstaatsanwaltes. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild

(Foto: Frank Rumpenhorst/dpa/Archivbild)

Aschaffenburg (dpa/lby) - Im Prozess um den Tod einer Schülerin in der Nähe von Aschaffenburg hält der leitende Ermittler ein Messer als Tatwaffe für unwahrscheinlich. "Es gab keine Verletzungen am knöchernen Skelett", sagte der 44 Jahre alte Polizist am Dienstag vor dem Landgericht Aschaffenburg. Auch Blutspuren seien an der verwesten Leiche und an deren Kleidung nicht gefunden worden.

Dies ist vor allem deshalb relevant, weil der Halbbruder des Opfers die junge Frau Anfang Mai 2017 auf Geheiß des gemeinsamen Vaters erstochen haben will. Die Leiche wurde erst im Dezember 2018 in einem Betonschacht in einem Wald entdeckt. Die Todesursache ist unklar.

Wegen Mordes muss sich seit vergangenem Donnerstag der 46 Jahre alte Vater des Opfers vor der Kammer verantworten. Laut Anklage hat der Syrer seine Tochter getötet oder seinem damals 13 Jahre alten Sohn befohlen, sie zu töten. Der nach eigenen Angaben konservativ eingestellte Mann soll sich nicht mit der weltoffenen Lebensweise seiner Tochter in Deutschland abgefunden haben. Mit ihrem Tod wollte er laut Worten der Staatsanwaltschaft vermeintlich seine Ehre wieder herstellen.

Zum Alter des Mädchens, das mit seiner Familie 2015 ohne Papiere aus Syrien nach Deutschland geflüchtet war, gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Die Ermittler gehen nach einem Altersbestimmungsgutachten davon aus, dass die Schülerin 19 Jahre alt war und nicht wie lange angenommen 16.

Der Angeklagte sagte zu den Vorwürfen bisher nichts vor dem Gericht. Bei seiner polizeilichen Befragung gab er dem Ermittler zufolge an, er sei am angeblichen Tattag beim Einkaufen, zu Hause und auf der Arbeit gewesen und habe nichts mit dem Tod des Mädchens zu tun.

© dpa-infocom, dpa:210309-99-747809/2

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