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Bayern Ernte helfer wegen Totschlags angeklagt: Prozess beginnt

Die Justitia ist an einer Türscheibe angebracht. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Symbol

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Nürnberg (dpa/lby) - Drei Erntehelfer stehen seit Montag in Nürnberg vor Gericht, weil sie im September 2019 einen Kollegen bewusstlos geprügelt und ihn schutzlos auf einer Straße haben liegen lassen sollen. Der Mann wurde wenig später in Schwabach von einem Auto überrollt und getötet. Zwei der Männer aus Polen hat die Staatsanwaltschaft unter anderem wegen Totschlags, den dritten unter anderem wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagt.

Die beiden 22 Jahre alten Hauptangeklagten sollen den Mann mit Fußtritten gegen den Kopf schwer malträtiert haben. Als der Mann regungslos liegen blieb, hätten sie ihm 45 Euro und ein Handy abgenommen. Das Geld hätten die beiden mit dem dritten Angeklagten, der sich an den Tritten der Anklage zufolge allerdings nicht beteiligt hatte, geteilt.

Die Angeklagten räumten zu Beginn der Verhandlung die Vorwürfe weitgehend ein. Sie hätten jedoch nicht den Tod des Opfers gewollt, ließen sie über ihre Verteidiger erklären. Es sei viel Alkohol im Spiel gewesen. Auch die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass alle Beteiligten "nicht unerheblich alkoholisiert" waren.

Für den Prozess vor der 5. Strafkammer des Landgerichtes gegen die drei Männer sind insgesamt sieben Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird Ende Oktober erwartet.

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