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Bayern Evangelische Kirche wählt neue Landessynode

Die Synodalpräsidentin Annekathrin Preidel (l) und Johannes Minkus (r) geben eine Pressekonferenz. Foto: Nicolas Armer/dpa

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Wie viele evangelische Pfarrer braucht Bayern? Wie viel Geld gibt die evangelische Kirche aus und vor allem für was? Das sind alles Fragen, über die die Landessynode entscheidet. Ein Gremium mit viel Macht - das nun neu gewählt wird.

München (dpa/lby) - Evangelische Kirchenvorsteher in ganz Bayern wählen am Sonntag eine neue Landessynode. "Zum ersten Mal wird ausschließlich per Briefwahl abgestimmt", sagte Johannes Minkus, Sprecher der evangelisch-lutherischen Landeskirche, vor der Wahl. Sechs Jahre lang werden die 108 gewählten und berufenen Synodalen dann wichtige Entscheidungen für die Landeskirche treffen - von der Gesetzgebung über die Finanz- und Stellenplanung bis hin zu kirchlichen Positionen.

So gründete die vergangene Synode eine Arbeitsgemeinschaft für die Integration von Flüchtlingen, erarbeitete ein Klimaschutzkonzept und beschloss die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare. Als Zeichen gegen Nationalismus verankerte sie die sogenannte "Barmer Theologische Erklärung" in der kirchlichen Verfassung. Die Erklärung aus dem Jahr 1934 umfasst sechs biblisch begründete Thesen gegen die Diktatur des Nationalsozialismus.

Prägend - auch für die nächste Landessynode - ist aber vor allem der angestoßene Reformprozess "Profil und Konzentration": Die evangelische Kirche wolle sich nicht mehr an historisch gewachsenen Strukturen ausrichten, heißt es dazu im Magazin "Synode aktuell", das die Entscheidungen der Landessynode zusammenfasst. Stattdessen solle sich Kirche "an ihrem biblischen Auftrag orientieren, das Evangelium zu den Menschen zu bringen - ganz konkret bezogen auf ihre speziellen Bedürfnisse und Erwartungen und die Räume, in denen sie leben."

In dem Prozess zeichneten sich bislang zehn Schwerpunktthemen wie die Nachwuchsförderung oder der einfache Zugang zu kirchlichen Angeboten ab. Es sei nun die Aufgabe der neuen Landessynode, diese Reform weiterzuführen, erklärte Johannes Minkus. Dazu zähle auch die Landesstellenplanung. Bei der nächsten Herbsttagung soll die Landessynode zehn Prozent aller Stellen kürzen. 2023 stehe dann die Wahl eines neuen Landesbischofs an.

Im Hinblick auf ihre Aufgaben wird die Landessynode oft als "Kirchenparlament" bezeichnet. Doch sie ist nur eines von vier leitenden Organen der evangelischen Kirche in Bayern - neben dem Landesbischof, dem Landeskirchenrat und dem Landessynodalausschuss. Letzterer vertritt die Landessynode, die sich nur zwei Mal im Jahr trifft. Im Frühjahr und im Herbst.

Bei der nächsten Tagung Ende März in Bayreuth wird die neue Synode eingeführt. Die Mitglieder stammen aus allen Regionen, Altersstufen und Prägungen. Es sind doppelt so viele nicht ordinierte Synodale vertreten als Pfarrer und Dekane. "Das können zum Beispiel Politiker oder Journalisten sein", erklärte der Sprecher der Landeskirche.

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