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Bayern Falsche Polizeibeamte bringen Seniorinnen um Vermögen

Ein Polizist steht im Regen vor einem Streifenwagen dessen Blaulicht aktiviert ist. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Illustration

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Illustration)

München (dpa/lby) - Im Glauben, der Polizei bei der Verbrecherjagd zu helfen, hat eine Seniorin Gold im Wert von mehreren hunderttausend Euro an Betrüger verloren. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, fiel die über 80 Jahre alte Dame am Vortag auf einen Anruf von falschen Polizisten herein. Diese machten ihr weis, sie solle Wertgegenstände vor ihre Wohnungstür in München legen, um Verbrecher anzulocken - die Aktion würde dann von zivilen Beamten observiert.

Das Misstrauen der Dame zerstreuten die Betrüger, indem sie ihr anboten, sich bei der Polizei telefonisch rückzuversichern. Da die Seniorin die Leitung aber nicht unterbrach und bei dem vermeintlichen Bestätigungsanruf unwissentlich wieder bei den Betrügern herauskam, glaubte sie die Geschichte und stellte schließlich die Tasche mit Gold vor die Tür, die von einem unbekannten Mann abgeholt wurde.

Auch in Augsburg verlor eine 78-Jährige auf ähnliche Weise mehr als 90 000 Euro und somit ihre gesamten Ersparnisse. Sie wurde von einem falschen Polizisten per Telefon aufgefordert, immer wieder Geld vor ihre Türe zu legen, das dann vermeintlich sicher auf der Wache deponiert werde - eine beliebte Betrugsmasche. Erst als die Seniorin selbst nichts mehr hatte und deshalb ihre Verwandten um Geld bat, erstatteten diese am Montag Anzeige, wie die - echte - Polizei am Dienstag mitteilte.

Die Beamten warnen immer wieder eindringlich vor falschen Polizisten, die vor allem Senioren mit verschiedenen Maschen abzocken. Bei Telefonaten solle das Gespräch auf jeden Fall aktiv unterbrochen werden, um die echte Polizei unter 110 zu verständigen, sonst werde man auf eine Nummer der Betrüger umgeleitet.

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