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Bayern Kritik an Kontrollen auf multiresistente Keime bei Hähnchen

Eine Frau schneidet Streifen von einer Scheibe Hühnerbrust-Fleisch. Foto: Andreas Gebert/Archivbild

(Foto: Andreas Gebert/dpa)

München (dpa/lby) - Hähnchenfleisch wird in Bayern gemäß eines durch den Bund gewählten Stichprobenschlüssels nur alle zwei Jahre auf antibiotikaresistente Erreger untersucht. Dies geht aus einer Antwort des Verbraucherschutzministeriums auf eine Anfrage der SPD im Landtag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur in München vorliegt. Zusätzliche eigene Untersuchungen zu den Stichprobenplänen des Bundes finden demnach nicht statt. Der Staatsregierung zufolge wurden 2018 bei 41 Toten in Bayern multiresistente Keime nachgewiesen (2017: 36).

Für den verbraucherschutzpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion, Florian von Brunn, ist dies ein nicht tragbarer Zustand: "Die Staatsregierung muss umgehend dafür sorgen, dass die Lebensmittelüberwachung regelmäßig Geflügel- und andere Fleischprodukte auf antibiotikaresistente Keime kontrolliert", sagte er in München. Wenn nötig, brauche es auch mehr Kontrollpersonal. Da das Robert-Koch-Institut zum Schutz vor Keimübertragungen für die Zubereitung von Geflügel das Tragen von Einmalhandschuhen empfiehlt, sieht von Brunn "eine offensichtliche Gefahr für die Bevölkerung".

Mitte April hatte die Umweltorganisation Germanwatch bei Hähnchenfleisch aus Billig-Supermärkten in rund jeder zweiten Stichprobe (56 Prozent) antibiotikaresistente Keime gefunden.

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