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Bayern Neun von zehn Lehrern klagen über hohe Belastung

Ein leerer Klassenraum. Foto: Sina Schuldt/dpa/dpa-tmn/Symbolbild

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München (dpa/lby) - 91 Prozent der Gymnasial- und Oberschullehrer in Bayern empfinden wegen des Distanzunterrichts in der Corona-Krise eine höhere Arbeitsbelastung als in normalen Zeiten. Das geht aus einer am Freitag vom bayerischen Philologenverband (bpv) vorgestellten Umfrage unter rund 2000 Mitgliedern an Gymnasien und Beruflichen Oberschulen hervor. Demnach gaben 95 Prozent der Lehrkräfte an, dass die Vermittlung von Lerninhalten, die Sicherung der Lernerfolge und ihre Überprüfung mit einem erhöhten Arbeitsaufwand verbunden seien.

Zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) erklärten zudem, die Verschmelzung von Arbeit und Freizeit belaste sie, mehr als die Hälfte (55 Prozent) nannten die aktuelle Ungewissheit und 41 Prozent die technischen Schwierigkeiten als Probleme im Schulalltag.

"Niemand mag den Distanzunterricht, weder Lehrer noch Schüler noch Eltern. Aber es ist die einzige Notlösung, die wir haben", sagte Michael Schwägerl, Vorsitzender des bpv. Er betonte zugleich, er wolle den Distanzunterricht nicht schlechtreden, zumal sich die Situation auch im Vergleich zum Distanzunterricht im Frühjahr 2020 insgesamt schon verbessert habe.

Dass nach den Ferien das befürchtete bayernweite Chaos im Distanzunterricht ausgeblieben sei, liege am hohen Engagement der Lehrkräfte. 94 Prozent der befragten Lehrkräfte nutzten private Hardware, 79 Prozent hätten sich für den Distanzunterricht gar zusätzlich privat Hardware oder Software angeschafft. "Lehrer erfüllen den staatlichen Bildungsauftrag mit privaten Geräten über private Internetleitungen in privaten Räumen", sagte Schwägerl.

Für große Unsicherheit sorgt unter den Lehrern auch der Datenschutz. Es könne nicht sein, dass sich etwa Schüler mit Verweis auf ihre Rechte anonym am Unterricht beteiligen oder gar die Teilnahme an Videokonferenzen verweigern, aber die Lehrer immer in Bild und Ton übertragen sollten, sagte Schwägerl. 70 Prozent der Lehrer sähen datenschutzrechtliche Fragen noch immer unzureichend geklärt.

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