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Bayern Nürnberger Schulen Opfer von Hackerangriff

Ein Passwort wird auf einem Laptop über die Tastatur eingegeben. Foto: Oliver Berg/Archiv

(Foto: Oliver Berg/Archiv)

Nürnberg (dpa/lby) - Die Stadt Nürnberg ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Insbesondere das IT-System der städtischen Schulen sei vor einer Woche mit dem sogenannten Emotet-Virus infiziert worden, sagte Schulbürgermeister Klemens Gsell (CSU) am Donnerstag. Dabei hätten Unbekannte unzählige Emails mit vermeintlichen Adressen von Schulen an städtische Mitarbeiter verschickt.

Daten von Schülern seien dabei nicht ausgespäht worden, da diese auf einem separaten Server gelagert seien, betonte Gsell. Auch der Unterricht in den Schulen sei durch den Hackerangriff nicht beeinträchtigt. In fünf Grund- und Mittelschulen hätten befallene Rechner isoliert und neu installiert werden müssen.

Laut dem Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) ist Emotet derzeit eine der gefährlichsten Bedrohungen im Internet. Die Schadsoftware versendet sogenannte Trojaner-Viren in Form von echt aussehenden E-Mails. Neu ist dabei, dass der Schädling bei einer Infektion nicht nur die Emailkontakte, sondern auch die Korrespondenz des gehackten Emailfachs ausliest.

Damit kann der Trojaner gezielt Emails verschicken, die scheinbar von bereits bekannten Kontakten kommen und sogar Auszüge aus einer früheren Kommunikation mit dem Absender enthalten. Ist Emotet in ein IT-System eingedrungen, werden automatisch weitere Schadprogramme aus dem Internet nachgeladen - etwa sogenannte Verschlüsselungstrojaner oder Ransomware, die Dateien verschlüsseln, um Lösegeld zur Wiederherstellung der Dateien zu erpressen. Bei der Stadt Nürnberg sei aber bisher keine Forderung von Erpressern eingegangen, versicherte Gsell.

Warnung des BSI vor Emotet

Allianz für Cybersicherheit des BSI

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