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Bayern Oberallgäu will 100-Euro-Ticket für Nahverkehr einführen

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Sonthofen (dpa/lby) - Der Landkreis Oberallgäu will ein billiges 100-Euro-Jahresticket für alle örtlichen Bus- und Bahnlinien einführen. "Das Ziel ist, das Ticket bis zum 1. April 2020 durchzubringen", sagte ein Sprecher des Landratsamts Oberallgäu am Montag. Zuvor hatten die "Allgäuer Zeitung" und die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet.

Kempten will sich als größte Stadt im Oberallgäu nicht an dem 100-Euro-Ticket beteiligen. Der Vorschlag sei "nicht zielführend", kritisierte ein Sprecher der Stadt den einstimmigen Beschluss des Kreistags vom Freitag. Schließlich arbeiten gerade mehrere Verkehrsbetriebe, Landkreise und Städte in der Region an einem einheitlichen Verkehrs- und Tarifsystem für das Allgäu.

Ende des kommenden Jahres könnte es nach Angaben der Stadt soweit sein, solange will der Landkreis Oberallgäu aber nicht mehr warten. "Wir brauchen dringend eine Verkehrs- und Umweltentlastung", sagte ein Sprecher des Landratsamts. Ein Gutachten habe ergeben, dass mit dem neuen Ticket die Oberallgäuer für 600 000 zusätzliche Fahrten pro Jahr auf Bus oder Bahn umsteigen würden. Der Landkreis rechnet mit mehr als 1,5 Millionen Euro Kosten. Zur Finanzierung soll die Kreisumlage für die Gemeinden um einen Prozentpunkt angehoben werden.

Ähnliche Fahrkarten plant der Freistaat für Ballungsräume wie München, Augsburg, Regensburg, Ingolstadt und Würzburg: Das 365-Euro-Jahresticket soll zunächst aber nur für Schüler und Azubis gelten. Nürnberg führt das Ticket zum nächsten Schuljahr ein.

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