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Bayern Obersalzberg als Ort der Mahnung: 20 Jahre NS-Dokuzentrum

Ein Hinweisschild ist vor dem Dokumentationszentrum Obersalzberg zu sehen. Foto: Matthias Balk/dpa/Archivbild

(Foto: Matthias Balk/dpa/Archivbild)

Von Hitlers Feriendomizil und zweiter Machtzentrale zu einem Ort der Mahnung. Seit 20 Jahren gibt es in den oberbayerischen Alpen das NS-Dokuzentrum auf dem Obersalzberg. Hier soll über Rechtsextremismus aufgeklärt werden - dabei sorgt die Ausstellung selbst immer wieder für Negativ-Schlagzeilen.

Berchtesgaden (dpa/lby) - Mit Panoramablick auf die Alpengipfel empfing Adolf Hitler einst auf dem Obersalzberg nicht nur Gäste, sondern er fällte auch Entscheidungen über Leben und Tod. Mehr als 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs werden Schüler heute auf dem Gelände in Workshops mit den Massenmorden der Nationalsozialisten konfrontiert. Das Dokumentationszentrum will eine "Bildungsstätte gegen rechtsextremistische Tendenzen in der Gegenwart" sein. Am Sonntag begeht die Einrichtung ihr 20-jähriges Bestehen. Zum Festakt wird Heimatminister Albert Füracker (CSU) erwartet.

Jährlich informieren sich oberhalb Berchtesgadens bis zu 170 000 Besucher in den Ausstellungsräumen über die NS-Gewaltherrschaft und ihre Folgen. In den Sommermonaten sind es pro Tag teilweise an die 1000 Menschen. Bis voraussichtlich 2021 soll das NS-Doku-Zentrum vergrößert werden - zu groß sei das Interesse und der Zustrom, sagen die Verantwortlichen.

Über die Kosten für den Umbau entbrannte immer wieder politischer Streit. Im Januar war bekanntgeworden, dass das Projekt mehr als doppelt so teuer werden könnte wie ursprünglich vorgesehen. Das Bauministerium geht von 30 Millionen Euro aus, geplant waren eigentlich 14,3 Millionen Euro. Bereits 2017 hatte es großen Unmut gegeben, weil die Kosten auf mehr als 21 Millionen Euro gestiegen waren. Das Ministerium erklärte, Planungsfehler eines Beteiligten seien dafür verantwortlich.

Die einzigen Reste der NS-Herrschaft am Obersalzberg sind unterirdische Bunker der SS. Ein kleiner Teil von ihnen gehört zur Ausstellung. Das ehemalige Hitler-Anwesen und der Großteil der übrigen NS-Bauten wurden in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs bei Bombenangriffen zerstört, die Ruinen später abgerissen.

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